Der Workshop hat das erfüllt, was wir uns auf dem letzten, nicht gut besuchten Treffen des Netzwerkes politische Bildung erhofft hatten: Es fand eine rege Diskussion zur Notwendig-keit und den Aufgaben der politischen Bildung im Landesverband statt. Zudem erklärten sich viele der Anwesenden zum Ende bereit zur aktiven Mitarbeit im Netzwerk. Anwesend waren an die dreißig Genossinnen und Genossen, die angeregt miteinander diskutierten.
Eingeleitet wurde die Arbeitsgruppe mit einem Brainstorming, angeleitet von Helga Trabandt, ausgehend davon, dass die TeilnehmerInnen an einer Pinnwand ihre Erwartungen an Bil-dungsveranstaltungen und die gewünschten Themen notierten. Die Diskussion ergab schon einige Anregungen für die weitere Bildungsarbeit, die in das untenstehende Fazit eingeflossen sind.
Nach der ersten Diskussionsrunde folgte ein Impulsreferat von Lorenz Gösta Beutin, in dem er einige generelle Thesen zu Aufgaben und Funktion der politischen Bildung darlegte und den Zustand der Bildungsarbeit auf Landes- und Bundesebene erläuterte.
In der abschließenden Runde wurden die beiden vorhergehenden Arbeitsschritte resümierend diskutiert, mit der Fragestellung nach Formen, Inhalten und Zielen der Bildungsarbeit im Land.
Abschließend sind die Ergebnisse der Pinnwand und der Diskussionen hier zusammengefasst:
1. Ziele der politischen Bildung:
- Erweiterung unseres Grundlagenwissens, bspw. im Bereich der Ökonomie
- Förderung der Pluralität der Meinungen und Positionen in der Partei / die Pluralität für das gemeinsame Handeln nutzbar machen / kein Zwang, über die „richtige“ Position zu ent-scheiden
- Förderung der Diskussionskultur in der Partei
- Argumente gewinnen, um die Parlamente als politische Bühne nutzen zu können und sich nicht von der Parlamentsarbeit einlullen zu lassen, nicht zur bloßen Mehrheitsbeschafferin zu werden
- Aktuelle Themen und Vorgänge (Bsp. Wirtschaftskrise) besser verstehen zu können, um besser politische einzugreifen
- Bildungsgefälle/-unterschiede in der Partei angehen und die allgemeine Handlungsfähig-keit fördern
2. Formen
- Vorträge, Seminare, Abendveranstaltungen, aber auch Angebotsseminare an die Kreisver-bände / Einführung eines Bildungstags in Schleswig-Holstein?
- Die Rosa-Luxemburg-Stiftung darf keine parteiliche Bildungsarbeit machen / Wie kann trotzdem eine Zusammenarbeit mit der RLS erfolgen bzw. wie können Angebote der RLS genutzt werden?
- Bildungsarbeit über Parteigrenzen hinaus / Förderung der Bündnispolitik / Zusammenar-beit, auch über gemeinsame Veranstaltungen, mit Gewerkschaften und sozialen Bewe-gungen und Initiativen, Antifa
- Aufbau eine TeamerInnennetzwerkes / GenossInnen befähigen, selbst Seminare anzubie-ten
3. Inhalte
a) organisatorisch / auf die Parteiarbeit bezogen
- Rhetorik-/Argumentationstraining
- Einführung in die kommunale Arbeit
- Einführung in politische Strukturen
- Leiten von Veranstaltungen / Parteiorganisation
b) politische Themen
- Wesen und Auswirkungen des Lobbyismus
- Einführung in den Marxismus / politische Ökonomie
- Verstehen des kapitalistischen Systems
- Geschichte linker und demokratischer Bewegungen
- Regionalgeschichte
- Staatstheorien
- Umweltpolitik / Klimawandel
- Antifaschismus
- Aktuelle Themen aufgreifen
- Der politische Streik / Generalstreik
- Geschichte der Klassenkämpfe
- Einführung in linke Theorien
- Welchen Sozialismus streben wir an? / Sozialismusvorstellungen
- Gesundheit