„Aus Übermacht der Fragen ohne Antwort erwächst die
Sehnsucht nach fundamentalistischen Gewissheiten ohne
Fragen“
Andre Gorz/Otto Kallscheuer
Die Räumlichkeiten beeinflussen die Menschen,die in ihnen tätig werden. Der Ort der Bildungsveranstaltungen sollte daher möglichst nicht nicht das Parteibüro sein,in dem alte Streitigkeiten noch in der Luft hängen.
Es sollte ein neutraler,ansprechender Ort sein ,der über das entsprechende Equipment verfügt.
Das darf ruhig etwas kosten,die Partei muss sich entscheiden,wofür sie Geld ausgeben will.
Die Veranstaltungen müssen einen festgelegten Anfang und ein ebensolches Ende haben. Darauf müssen sich die Teilnehmer/Innen unbedingt verlassen können. In Hamburg finden die Veranstaltungen in der Zeit von 18:00-20:30 Uhr statt und keine Minute länger!
Die Bildungsverantwortlichen müssen immer ansprechbar sein und verlässlich jede Anfrage beantworten,sich kurz für Nachfragen/Anmeldungen bedanken,etc. Also ,immer Kontakt halten!
Wir müssen die „Schätze“ der Partei heben. Es gibt überall Genossen/Innen,die ein Spezialthema bearbeiten,und/oder sich in etwas Neues einarbeiten wollen. Da können wir ruhig Vertrauen haben und auch mal ein Risiko eingehen.
Nach den Erfahrungen in HH,stellen sich ohnehin nur diejenigen zur Verfügung,die sich eine solche Aufgabe zutrauen. Und es ist überhaupt nicht schlimm,wenn am Anfang nicht alles ganz perfekt ist. Die Glaubwürdigkeit des Teamers und die persönliche Ansprache an die Teilnehmenden ist wichtiger.
Es sollte regelmäßige Teamer/Innen Treffen geben,wo die zukünftigen Themen gemeinsam beraten werden. Auch zu den Teamern sollten die Bildungsverantwortlichen regelmäßig Kontakt halten.
Ziel muss es sein, ein Teamernetzwerk aufzubauen. Es ist wichtiger die richtigen Fragen zu stellen,als allumfassende Antworten zu haben. Und: Teamer und Teilnehmer lernen gemeinsam!
Damit sich die Bildungsarbeit zu einem Referenzpunkt innerhalb der Partei entwickeln kann,braucht es Geduld und Zeit. Und wir müssen weg von der Auffassung,dass es nur dann eine gute Veranstaltung war,wenn eine bestimmte Grösse erreicht ist.
Nein,auch ein Abend mit 5-10 Teilnehmer kann stilbildend und erkenntnisfördernd sein. Wir können sicher sein,eine gute Bildungsarbeit wird sich herumsprechen und schon bald haben wir „Stammkunden“.
Wenn die Linke auf Dauer Erfolg haben soll,ist innerparteiliche Bildung lebensnotwendig. Die Linke braucht gebildete Mitglieder. Selbstaufklärung und Eigeninitiative ist das Ziel. Grundlage einer guten Bildungsarbeit ist eine andere Kultur des Miteinanderumgehens! Wir brauchen eine angstfreie Athmosphäre,in der sich alle trauen,sich zu Wort zu melden.
Wir müssen das„Sprechen“ organisieren!
Das gilt besonders für Frauen! Wir haben Respekt voreinander und hören uns gegenseitig aufmerksam zu! Aber: hält jemand ein Co-Referat, stoppen wir ihn( die männliche Anrede ist bewusst gewählt). Die jeweiligen Teamer/Innen müssen konsequent jede Form der-alten-Streitigkeiten unterbinden.
Meinungsvielfalt ist hingegen förderlich für die lebendige Diskussion. Dann steht der „Erotik der Erkenntnis“ nichts mehr im Weg!
Diese zu benennen und aufzubereiten ist ein komplizierter ,widersprüchlicher Prozess. Parteibildung muss sowohl die aktuellen Themen in der Linken aufgreifen,als auch über den gegenwärtigen Stand der Debatte hinausweisen.
Wir müssen an der Entwicklung eines Sozialismus des 21. Jahrhunderts arbeiten. Wir müssen wissen, wie gearbeitet und gelebt werden soll. Daher müssen wir den Genossen/Innen und Interessierten auch Deutungen zur gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise anbieten.
Hierfür braucht es Angebote,die zeitnah Unterstützung bieten und die jeweilige Zielgruppe ansprechen. Unser Motto soll sein: „Belehre mich nicht,lass mich lernen“
Regine Brüggemann
3.4.2009