17. Juni 2009

Für ein demokratisches und sozial gerechtes Bildungswesen

Als Höhepunkt des bundesweiten Bildungsstreiks finden heute in zahlreichen Städten Demonstrationen und Aktionen statt. In Kiel waren bereits am vergangenen Dienstag mehr als 1500 Schülerinnen und Schüler sowie Studenten auf die Straße gegangen. Am heutigen Mittwoch finden Demonstrationen in Lübeck und Flensburg statt. Mit der Aktion „Banküberfall“ wird in Flensburg zudem symbolisch darauf aufmerksam gemacht, dass Milliarden in das marode Finanzwesen gepumpt werden, während die 6,5 Milliarden aus dem zweiten Konjunkturpaket der Bundesregierung nicht einmal für die nötigsten Sanierungsmaßnahmen reichen.

DIE LINKE. Schleswig-Holstein unterstützt den Bildungsstreik mit seinen Forderungen. Gerade angesichts der globalen Finanz- und Wirtschaftkrise ist ein Umsteuern in der Bildungspolitik dringend erforderlich. Obwohl sich die marktradikale Ideologie überholt hat, wird im Bildungsbereich weiterhin an neoliberalen Konzepten festgehalten. Der Mensch als marktverwertbares Humankapital ist weiterhin das Leitbild, das in „Reformen“ wie dem Bachelor- und Mastersystem sowie der Entdemokratisierung an den Hochschulen oder der die Wahlfreiheit einschränkenden „Profiloberstufe“ an den Schulen deutlich wird.

 

DIE LINKE. Schleswig-Holstein fordert:

 

-          „Eine Schule für Alle“ statt des sozial selektiven dreigliedrigen Schulsystems

-          kostenlose Bildung für Alle, denn Bildung ist ein Menschenrecht

-          für kleinere Klassengrößen, in denen individuelle Förderung möglich ist

-          Abschaffung der „Profiloberstufe“ an den Gymnasien zugunsten des Kurssystem, dass wieder tatsächliche Wahlfreiheit ermöglicht

-          Abschaffung des Bachelor- und Mastersystems an den Hochschulen, das mit seiner Modularisierung Wahlfreiheit einschränkt und eine weitere Verschulung des Studiums bedeutet

-          Demokratisierung der Bildungsinstitutionen statt Managementstrukturen, damit die, die gebildet werden sollen, auch über Formen und Inhalte der Bildung mitbestimmen können

 

DIE LINKE setzt sich für ein demokratisches und sozial gerechtes Bildungswesen ein, dass die Bildung mündiger Menschen als Ziel hat und einen Beitrag dazu leistet, die soziale Ungleichheit in unserer Gesellschaft zu überwinden. Doch durch Reformen im Bildungswesen allein wird dies nicht gelingen, denn in Deutschland bestimmt immer noch und immer mehr der Geldbeutel der Eltern über den Bildungserfolg der Kinder. Deswegen verbinden wir unseren Kampf für „Bildung für Alle“ mit dem für soziale Gerechtigkeit.