Pressemitteilung des Aktionsbündnisses
Das Aktionsbündnis hat aufgrund der aktuellen Situation beschlossen am
Dienstag, den 03.07. um 17 Uhr bis ca. 20 Uhr eine 2. große Demonstration
als Fahr-Demo durchzuführen, aber dieses mal von Fehmarn über die
Fehmarnsundbrücke E 47 nach Großenbrode mit Kundgebung vor dem Großenbroder
Rathaus. Die Demonstration wird mit sehr vielen Fahrradfahrern über 40
Traktoren mit Anhängern und PKW`S durchgeführt, weil die Strecke zu Fuß zu
lang ist. Aus Verkehrssicherheitsgründen wird die E 47 während der
Demonstrationszeit auf der E 47 nach Großenbrode und später erneut für den
Rückweg beidseitig gesperrt.
Es ist das Ziel noch einmal sehr deutlich zu machen, daß die große Mehrheit
der Bevölkerung auf Fehmarn und in Großenbrode die geplante feste
Fehmarnbelt-Querung aus guten regionalen- und bundespolitischen Gründen
ablehnt.
Auf der Kundgebung werden der Großenbroder Bürgermeister Schroeder, Gerhard
Poppendieker SPD ex MdL und Jürgen Boos - Aktionsbündnis - sprechen.
Die Tatsache, daß die Entscheidung auch jetzt sich immer noch weiter hinaus
zögert verdeutlicht wie schwierig offensichtlich eine Zustimmung auf
deutscher Seite ist, weil das finanzielle Risiko offenbar als sehr groß
eingeschätzt wird und Minister Tiefensee sehr deutlich gemacht hat, daß das
Projekt keine hohe Priorität für Deutschland hat. Diese Tatsache wird von
Ministerpräsident Carstensen und Minister Austermann nicht begrüßt, weil Sie
die Brücke aus nicht nachvollziehbaren Gründen unbedingt haben wollen.
Die Problemfelder wie der drohende Arbeitsplatzverlust im Tourismus ( ca.
700 Arbeitsplätze ) während der 8 -9 Jahre Bauzeit und die anschließend zu
erwartenden Einstellung des Fährbetriebs mit dem Verlust von weiteren 700
Arbeitsplätzen.
Desweiteren die verstärkte Gefahr für die Ostseeökologie durch den sich
weiter verringernden Wasseraustausch und die große Kollisionsgefahr der
Zugvögel mit Brücke. Die Sedimentverdriftungen um die Insel durch die
Baggerarbeiten und die der Verklappung der Ausbaggerungen und damit
verbundene Zerstörung der Flora und Fauna sowie der Laichgründe und damit
der Fischerei.
Die Schiffssicherheit im Fehmarnbelt wird um ein vielfaches gefährdet
aufgrund der sehr hohen Schiffsbewegungen ( ca. 60. 000 Schiffe pro Jahr ).
Das Bedrohungsszenario durch einen Tankerunfälle steigt erheblich, da immer
mehr und auch wesentlich größere Tanker aus Rußland kommend den Fehmarnbelt
passieren. Ein notwendiges kostenintensives Schiffsverkehrsleitsystem, das
Schiffe durch den dann entstehenden Brückenengpaß kontrolliert
hintereinander durchleitet ist nicht mit in den Kosten halten. Ganz zu
schweigen davon, daß die Verkehrsprognosen trotz häufiger Neukalkulation
kein höheres sondern eher ein niedrigeres Verkehrsaufkommen vermuten lassen.
Was nicht zu letzt auch mit dem zuerwartenden Rückgang der Bevölkerung bis
2050 ( von 82 auf ca. 69 Mill. ) in Deutschland zu tun hat, also damit auch
verringerte Mauteinnahmen. Diese Problemfelder zeigen deutlich, daß der
engagierte Kampf der Bürgerinitiative "Aktionsbündnis gegen eine feste
Fehmarnbelt-Querung" für den Erhalt der Natur und Ferieninsel mit seiner
daraus resultierenden Wirtschaftskraft
mehr als berechtigt ist. Wir fordern die Bundesregierung auf sich endgültig
von dem Projekt zu verabschieden.
Über eine sachliche Berichterstattung würden uns freuen !
Jürgen Boos
Sprecher des Aktionsbündnis