28. Juni 2007

Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbelt-Querung

Pressemitteilung des Aktionsbündnisses

 

Das Aktionsbündnis hat aufgrund der aktuellen Situation beschlossen am

Dienstag, den 03.07. um 17 Uhr bis ca. 20 Uhr eine 2. große Demonstration

als Fahr-Demo durchzuführen, aber dieses mal von Fehmarn über die

Fehmarnsundbrücke E 47 nach Großenbrode mit Kundgebung vor dem Großenbroder

Rathaus. Die Demonstration wird mit sehr vielen Fahrradfahrern über 40

Traktoren mit Anhängern und PKW`S durchgeführt, weil die Strecke zu Fuß zu

lang ist. Aus Verkehrssicherheitsgründen wird die E 47 während der

Demonstrationszeit auf der E 47 nach Großenbrode und später erneut für den

Rückweg beidseitig gesperrt.

Es ist das Ziel noch einmal sehr deutlich zu machen, daß die große Mehrheit

der Bevölkerung auf Fehmarn und in Großenbrode die geplante feste

Fehmarnbelt-Querung aus guten regionalen- und bundespolitischen Gründen

ablehnt.

Auf der Kundgebung werden der Großenbroder Bürgermeister Schroeder, Gerhard

Poppendieker SPD ex MdL und Jürgen Boos - Aktionsbündnis - sprechen.

Die Tatsache, daß die Entscheidung auch jetzt sich immer noch weiter hinaus

zögert verdeutlicht wie schwierig offensichtlich eine Zustimmung auf

deutscher Seite ist, weil das finanzielle Risiko offenbar als sehr groß

eingeschätzt wird und Minister Tiefensee sehr deutlich gemacht hat, daß das

Projekt keine hohe Priorität für Deutschland hat. Diese Tatsache wird von

Ministerpräsident Carstensen und Minister Austermann nicht begrüßt, weil Sie

die Brücke aus nicht nachvollziehbaren Gründen unbedingt haben wollen.

Die Problemfelder wie der drohende Arbeitsplatzverlust im Tourismus ( ca.

700 Arbeitsplätze ) während der 8 -9 Jahre Bauzeit und die anschließend zu

erwartenden Einstellung des Fährbetriebs mit dem Verlust von weiteren 700

Arbeitsplätzen.

Desweiteren die verstärkte Gefahr für die Ostseeökologie durch den sich

weiter verringernden Wasseraustausch und die große Kollisionsgefahr der

Zugvögel mit Brücke. Die Sedimentverdriftungen um die Insel durch die

Baggerarbeiten und die der Verklappung der Ausbaggerungen und damit

verbundene Zerstörung der Flora und Fauna sowie der Laichgründe und damit

der Fischerei.

Die Schiffssicherheit im Fehmarnbelt wird um ein vielfaches gefährdet

aufgrund der sehr hohen Schiffsbewegungen ( ca. 60. 000 Schiffe pro Jahr ).

Das Bedrohungsszenario durch einen Tankerunfälle steigt erheblich, da immer

mehr und auch wesentlich größere Tanker aus Rußland kommend den Fehmarnbelt

passieren. Ein notwendiges kostenintensives Schiffsverkehrsleitsystem, das

Schiffe durch den dann entstehenden Brückenengpaß kontrolliert

hintereinander durchleitet ist nicht mit in den Kosten halten. Ganz zu

schweigen davon, daß die Verkehrsprognosen trotz häufiger Neukalkulation

kein höheres sondern eher ein niedrigeres Verkehrsaufkommen vermuten lassen.

Was nicht zu letzt auch mit dem zuerwartenden Rückgang der Bevölkerung bis

2050 ( von 82 auf ca. 69 Mill. ) in Deutschland zu tun hat, also damit auch

verringerte Mauteinnahmen. Diese Problemfelder zeigen deutlich, daß der

engagierte Kampf der Bürgerinitiative "Aktionsbündnis gegen eine feste

Fehmarnbelt-Querung" für den Erhalt der Natur und Ferieninsel mit seiner

daraus resultierenden Wirtschaftskraft

mehr als berechtigt ist. Wir fordern die Bundesregierung auf sich endgültig

von dem Projekt zu verabschieden.

 

Über eine sachliche Berichterstattung würden uns freuen !

Jürgen Boos

Sprecher des Aktionsbündnis