7. Januar 2010

Widerstand gegen die Fehmarn-Belt-Querung

Eigentlich scheint alles klar. Die Fehmarn-Belt-Querung ist beschlossen. Das Thema damit abgehakt. Aber ist das wirklich so?

Nein, für uns hier in Schleswig-Holstein gibt es noch viel zu tun. Die sogenannte „Hinterlandanbindung“ wird den Landtag aber auch die Kommunalparlamente in den nächsten Jahren nicht nur beschäftigen sondern auch finanziell stark belasten. So ist zum Beispiel der Lärmschutz an neu gebauten Bahntrassen und Straßen Länderaufgabe. Doch auch auf die Kommunen kommen Kosten zu.

Außerdem droht Schleswig-Holstein ein Verlust an Arbeitsplätzen in Fähr- und Hafenbetrieben aber besonders auch im Tourismus. Wer will schon Urlaub an der größten Baustelle Europas machen, wer in einer Ostsee baden, die trüb von aufgewühltem Bauschlamm ist.

Hinzu kommen die noch gar nicht ausreichend berücksichtigten Umweltgefahren. Hier seien nur drei genannt:

  • Zusätzliche Behinderungen des Wasseraustausches zwischen Nord- und Ostsee durch die Brückenpfeiler führen zum weiteren Sterben des wichtigen Lebensraumes Ostsee.
  • Eine riesige Brücke quer zu einer der weltweit wichtigsten Zuglinien für rund 20 Millionen Wasservögel wird zu einem massiven Vogelsterben führen. Dagegen sind die wenigen – oft von den Gegnern angeführten – Opfer von Windkraftanlagen „Peanuts“.
  • Der Fehmarnbelt wurde vom damaligen Bundesumweltminister Trittin zum Schweinswal-Schutzgebiet erklärt und von der IMO (International Maritime Organisation / UN) bereits als „Besonders Empfindliches Meeresschutzgebiet“ (PSSA, Particularly Sensitive Sea Area) ausgewiesen. Von ehemals rund 15.000 Tieren leben heute nur noch wenige Hundert der akustisch sehr empfindlichen Meeressäuger in der Ostsee. Gerade heute war wieder die Zahl  toter Schweinswale eine Nachricht wert.

 

Der Widerstand geht weiter: 

Am Mittwoch, dem 13. Januar 2010, um 17.00 Uhr

vor der MUK Lübeck, Willy-Brandt-Allee 10,

anlässlich des IHK Neujahrsempfangs um 18.00 Uhr

rufen die Bürgerinitiativen Bad Schwartau, TST Timmendorfer Strand, UNI Ratekau, Bürgerinitiative Sierksdorf, VeSUW und das Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarn-Beltquerung zu einer Demonstration auf. Treffpunkt ist um 16.30 Uhr auf dem Parkplatz neben der MUK.

Lasst uns die Betroffenen weiterhin in ihrem Widerstand unterstützen. In den Parlamenten aber auch vor Ort bei ihrer Demonstration.


Silke Mahrt