21. Juli 2011

Regierung kürzt Zuschüsse für Jobcenter

Fordern und fördern war der Slogan der SPD bei der Einführung von Hartz IV. Die Kürzungen der Bundesregierung im Haushaltsjahr 2012 zeigen deutlich: Die Forderungen an die Arbeitssuchenden bleiben gleich, die Förderung kommt fast zum Erliegen.

Das ist ein arbeitsmarktpolitischer Skandal. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Höhe der Regelsätze besonders für Kinder wurde von der Regierung nur zögerlich und völlig unzureichend umgesetzt. Eine bedarfsdeckende Mindestsicherung ist nicht in Sicht. Die Kürzungen bei den Leistungen zur Wiedereingliederung in Arbeit seit 2010 zeigen deutlich, wie viel die Arbeitssuchenden der Regierung wert sind: Nämlich nichts! Dies zeigen die neuen Zahlen des  Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) deutlich.

Standen den Jobcentern in Schleswig-Holstein im Jahr 2010 noch etwas mehr als 209 Millionen Euro zur Verfügung, so sank der Betrag für 2011 auf 153 Millionen Euro und wird im Jahr 2012 voraussichtlich auf 126 Millionen Euro sinken. Das macht für Schleswig-Holstein seit 2010 eine Kürzung von ca. 40%. Allein im nächsten Jahr wird der Betrag um 17,9% sinken.

Das wäre sicher akzeptabel, wenn die Zahl der HartzIV-EmpfängerInnen sinken würde. Doch das ist leider nicht der Fall. Die Zahl der LeistungsbezieherInnen nach dem SGB II ist gleichbleibend hoch. Es ist und bleibt Aufgabe der Bundesregierung, die Situation der Ärmsten in unserem Land zu verbessern. Dies wird mit Sicherheit nicht durch Steuererleichterungen im Sinne der FDP erreicht.

Die Kürzungen für Schleswig-Holstein im Einzelnen:

Stormarn                                          minus 37,5%
Kreis Herzogtum-Lauenburg        minus 40%
Pinneberg                                        minus 40,6%
Steinburg                                          minus 43,2%
Flensburg                                         minus 38,3%
Schleswig-Flensburg                     minus 34,6%
Nordfriesland                                   minus 41,8%
Dithmarschen                                  minus 43,2%
Kiel                                                    minus 37,4%
Plön                                                   minus 49,3%
Lübeck                                              minus 41,5%
Ostholstein                                       minus 41,7%
Neumünster                                     minus 37,2%
Segeberg                                         minus 38,5%
Rendsburg-Eckernförde                minus 37,8%

Quelle: Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ)