16. Juni 2010

HSH - Nordbank: Bedrohung für mittelständische Unternehmen

Nach Pressemeldungen will die EU-Kommission den Eigentümern der HSH Nordbank für einen Verkauf des Instituts Zeit bis zum Jahr 2014 geben. Nach dem Willen der EU soll Die HSH Nordbank ihre Bilanzsumme deutlich reduzieren und sich von Tätigkeitsfeldern wie dem Auslandsgeschäft trennen. Zudem sollen Konzernteile verkauft werden. Laut den Insidern würden „mehrere Dutzend“ Beteiligungen zum Verkauf stehen.

Gleichzeitig zeigen sich die Konsequenzen des von den HSH-Verantwortlichen beabsichtigten Sanierungsplans. Die HSH reduziert ihren Kreditbestand im Schiffsgeschäft von derzeit mehr als 30 Mrd. Euro um rund 8 Mrd. Euro durch Auslagerung in die Abbaubank. Dies bedeutet für die betroffenen Reedereien, dass auslaufende Schiffsfinanzierungen von der HSH Nordbank nicht mehr verlängert werden. Die Reedereien müssen sich Kredite bei anderen Banken organisieren. Andernfalls droht ihnen die Zwangsversteigerung ihrer Schiffe. Betroffen wären mitsamt den deutschen Offizieren und Kapitänen an Bord deutlich mehr als 1000 Arbeitsplätze.

Dazu erklärt Björn Radke, Landessprecher der LINKEN-Schleswig-Holstein: „Der von der Bank praktizierte Sanierungsplan ist nicht zukunftsfähig, gefährdet mittelständische unternehmen und verstößt gegen den eigentlichen Auftrag der Bank, mittelständische Firmenstrukturen in Norddeutschland zu erhalten.“ Statt durch Sanierungsversuche mit dem Bulldozer das Land an die Wand zu fahren, sollte das Land Schleswig-Holstein seine Steuergelder schnellstmöglich aus der Bank herausholen. Die Erlöse aus den von der EU geforderten Teillverkäufen dürfen nicht wieder in weitere fragwürdige Geschäfte der Bank fließen, sondern müssen als Sicherheit für die von der schwarzroten Landesregierung gewährten Garantien zu Lasten der Steuerzahler an die 2009 gegründete HSH-Finanzfonds AöR übertragen werden.

Björn Radke
(Landessprecher)