9. Mai 2009

Cornelia Möhring führt die schleswig-holsteinische Landesliste an

DIE LINKE Schleswig-Holsteins hat Cornelia Möhring aus Gottesgabe (Kreis Plön) auf Platz 1 ihrer Landesliste zu den Bundestagswahlen gewählt. Die 49-jährige Diplom-Sozialökonomin setzte sich während der Landesvertreterversammlung ihrer Partei im 1. Wahlgang klar mit 70 von 94 abgegebenen (74,46 %), gültigen Stimmen gegen Esther Hartmann (Neumünster, 13 Stimmen), Astrid Littmann (Ostholstein, 7 Stimmen) und Claus-Peter Matetzki (Pinneberg, 4 Stimmen) durch. Bislang ist DIE LINKE des Landes in Berlin mit einem Abgeordneten vertreten, sie strebt aber bei der kommenden Wahl ein zweites Mandat an.

Möhring, die anlässlich der Gründung der Partei dieser im Juni 2007 beigetreten ist, ging deutlich mit den Sozialdemokraten ins Gericht. „Die SPD ist plötzlich für Mindestlöhne, für eine Börsenumsatzsteuer und die Kontrolle der Finanzmärkte – ganz so als hätten sie das Jahrzehnt in der Opposition verbracht. Vor der Wahl spielt sie sich als Robin Hood auf, danach zieht sie womöglich die Agenda 2020 aus der Schublade, und wird ganz sicher wieder zum Sheriff von Nottingham.“

Die im vergangenen Herbst bereits zur Landessprecherin gewählte Cornelia Möhring ist verheiratet, hat einen erwachsenen Sohn und ist beruflich als Beraterin verschiedener Betriebs- und Personalräte tätig. „Aus dieser Erfahrung sage ich kompromißlos: Hartz IV muss weg. Es ist auch eine Knute gegen Beschäftigte. Hartz IV macht es noch leichter Belegschaften einzuschüchtern. Die Gesetze sollten und haben die Angst vor dauerhaftem sozialen Abstieg, vor dem Fall ins Bodenlose geschürt. Sinkende Reallöhne, Arbeitszeitverlängerungen, der wachsende Niedriglohnsektor, all das wurde durch Hartz und durch die SPD erst möglich“, sagte sie in ihrer Bewerbungsrede.

Als Bundestagsabgeordnete möchte sie vor allem ihre bisherigen beruflichen Erfahrungen nutzen: „Wir brauchen eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit. Und wir brauchen eine deutliche Ausweitung der Mitbestimmung. Denn hier liegen die Schlüssel zur Demokratiserung des Arbeitslebens und der Gesellschaft.“ In der Wirtschaft bräuchte es alternative Eigentumsstrukturen. Belegschaften müssten mit entscheiden, wofür investiert und wie Arbeit und Gewinne verteilt würden. Sie unterstrich die morgens bereits von Uli Maurer aufgestellte Forderung nach der Zulassung politischer Streiks.

Ihr Kollege als Landessprecher, Björn Radke, begrüßt Möhrings Nominierung zur Spitzenkandidatin:  „Mit ihr werden wir einen Wahlkampf führen können, der uns am Ende landesweit ein klar besseres Ergebnis als 2005 bringt. Wir werden präsent sein als die Partei, die es ernst meint mit der Schaffung eines Schutzschirms für Menschen in Zeiten der Krise.“