28. Januar 2010

Frauen in Führungspositionen - Waschmittel statt Weichspüler nötig

„Damit Frauen in den Spitzenpositionen großer Unternehmen selbstverständlich werden, ist gesetzgeberisches Handeln erforderlich“ erklärt Cornelia Möhring, Frauenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, anlässlich der aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung über die Repräsentation von Frauen in Spitzengremien großer Unternehmen.

 
Möhring weiter:  
„Die aktuellen Zahlen des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung verdeutlichen, dass die Situation unverändert schlecht ist.  Die Vorstände der 200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland bestehen aus 812 Männer und gerade einmal 21 Frauen. Bei den 100 größten Unternehmen sind von 441 Mitgliedern nur noch vier weiblich.

Bundesministerin Christina Köhler hat zumindest erkannt, dass sie Frauen nicht länger mit der gescheiterten freiwilligen Vereinbarung hinhalten kann. Stattdessen kündigt sie einen Stufenplan zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen, insbesondere für Vorstände und Aufsichtsräte. Leider verspricht bereits die bislang angekündigte erste Stufe keinen Fortschritt. Statt zu gleichstellungspolitischen Maßnahmen, sollen die Unternehmen zu verbindliche Berichten verpflichtet werden – und zwar über ihre Selbstverpflichtungen.  

Doch Weichspüler statt Waschmittel wird deutschen Unternehmen nicht zu einer weißen Weste verhelfen. DIE LINKE fordert stattdessen Gleichstellungsgesetz für die private Wirtschaft, das Unternehmen so lange zu Maßnahmen verpflichtet, bis mindestens eine 50%-Quote für Frauen auf allen Qualifikationsstufen bis hin zu Vorständen und Aufsichtsräten erreicht ist.“