Gewalt gegen Frauen ist seit mehr als 25 Jahren international und auch in der Bundesrepublik Deutsch-land ein öffentliches Thema. Die Vereinten Nationen, die Weltfrauenkonferenzen und die Europäische Gemeinschaft haben Gewalt gegen Frauen als massive Menschenrechtsverletzung benannt, zu deren Bekämpfung aufgerufen und einschlägige Programme entwickelt. Doch trotz vielfältiger Anstrengungen auf internationaler und nationaler Ebene ist bis heute keine spürbare Verringerung von Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder erreicht worden:
Gewalt gegen Frauen findet in allen Ländern und in allen gesellschaftlichen Schichten statt. Sie ist kein Einzelphänomen und kein Problem sozialer Brennpunkte, sondern an das strukturelle Machtverhältnis zwischen Männern und Frauen in der Gesellschaft gebunden.
Die erste bundesdeutsche Repräsentativuntersuchung zu Gewalt gegen Frauen (Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland) hat ergeben, dass insgesamt 40 % der in Deutschland lebenden Frauen in ihrem Erwachsenenleben körperliche oder sexualisierte Gewalt oder beides in unterschiedlicher Schwere, Ausprägung und Häufigkeit erlebt haben. Bei den Tätern handelt es sich überwiegend – aber nicht ausschließlich – um männliche Partner oder Ex-Partner. In den insgesamt rund 400 Frauenhäusern suchen jährlich etwa 40 000 bis 45 000 Frauen mit ihren Kindern Schutz.
Die Fraktion DIE LINKE verurteilt jede Form von Gewalt gegen Frauen und unterstreicht, dass eine demokratische Gesellschaft, die auf dem Schutz der Würde des Menschen, seiner körperlichen Unversehrtheit und auf den freien Entfaltungsmöglichkeiten des Menschen basiert, Gewalt gegen Frauen nicht hinnehmen kann und darf.