Mein Name: Ralf Iden
Alter: Dieses Jahr 50 Jahre alt geworden
Lebenssituation: Ich wohne mit Freundin und 2 Kindern zusammen
Beruf: System- und Netzwerkadministrator
Politik: Ver.di Mitglied, Vertrauensmann, seit 2004 Mitglied der WASG und seit Beginn Mitglied der LINKEN. Bildungsbeauftragter des SALZ für Schleswig-Holstein
Macht ist Wissen und Wissen ist Macht
Der alte Wilhelm Liebknecht (1826 -1900) wusste es: Macht ist Wissen und Wissen ist Macht! Aber sowenig heute noch jemand etwas vom Proletariat wissen will, so sehr machen einige Individuen eben dieses Proletariats ihre Witzchen; letztlich auf ihre eigenen Kosten: Wir wissen nichts - macht nichts!
Andere, und viele von uns, sind aufgebrochen und wissen, Bildung in der bürgerlichen Gesellschaft dient in der Regel der Absicherung der Macht, Wissen zur Verschleierung von gesellschaftlicher Realität.
Das beginnt nicht zu letzt in der Schule. Umfassende Bildung, wie sie noch das Humboldtsche Bildungsideal versprochen und Paulo Freie weitergedacht hat, wie sie die Arbeiterbildungsvereine, Sozialisten und Sozialdemokraten Ende des vorletzten Jahrhunderts sich für eine Schule jenseits von Klassen- und damit Bildungsschranken gedacht haben, ist längst abgelöst von einer Schule, die selektierend Schüler auf ihre Verwertung im Betrieb vorbereitet. Alles Wissen, Lesen, Schreiben, Rechnen ist auf seine Brauchbarkeit für das Kapital abgeklopft, einschließlich der Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit, Disziplin, Anpassung und Sublimation.
Was nannte dem gegenüber Victor Adler Bildung? Selbsterkenntnis! Darüber nachzudenken, wie wir geworden sind, was wir sind und was aus uns werden soll! Und weiter – wenn aus dem Bewusstsein, Produkte der Gesellschaft zu sein, das bewusste Streben erwächst, ihre Herren, ihre Former und ihre Lenker zu werden. Das ist Bildung! Bildung der arbeitenden und arbeitslosen Lohnabhängigen. Aus dieser Art Bildung erwächst das Bewusstsein einer großen Aufgabe, in klarer Einsicht den Aufbau einer Gesellschaftsordnung zu betreiben, die ganz andere Bildungsmöglichkeiten bringen wird, als es heute für die Lohnabhängigen vorstellbar ist. Soweit Victor Adler (Mitbegründer der Sozialdemokraten Österreichs 1852 -1918)
Wir wissen nichts- Macht nichts?! Wir, die Individuen, die wir die Partei die LINKE bilden, wollen erkennen, wollen nachdenken, wollen wissen was aus uns werden soll. Wir wollen Gesellschaft verändern. Wir wollen mitbestimmen, mit formen, mit lenken!
Oskar Lafontaine hat in seiner Rede auf dem letzten Bundesparteitag Marx und Engels zitiert: „Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken.“ Und er ergänzt mit Goethe: „Was ihr den Geist der Zeiten heißt, das ist im Grund der Herren eigener Geist, in dem sich die Zeiten bespiegeln.“ Und er schließt daraus, dass man den Mut haben muss, sich seines eigenen Verstandes ohne Führung eines anderen zu bedienen. Man muss den Mut haben, seine eigene Sprache zu sprechen.
Wir müssen uns selbst qualifizieren und darüber hinaus Angebote für Andere schaffen. Dafür sollte die Partei Möglichkeiten schaffen, unterstützen und mit anderen gemeinsam organisieren. An dieser Aufgabe möchte ich mitwirken. Wir sind in Schleswig Holstein für den Anfang nicht ganz schlecht aufgestellt. Wir haben gleich zwei Bildungsvereine die der Partei nahe stehen und die nicht bei Null anfangen. Werkstatt Utopie und Gedächtnis (WUG) und Soziales, Arbeit, Leben; Zukunft (SALZ) haben auch schon gemeinsam Veranstaltungen organisiert und durchgeführt.
Da ich selbst im SALZ und somit in der Bildungsarbeit aktiv bin, möchte ich im neuen Landesvorstand diese zu einem meiner Schwerpunkte machen. Zum anderen möchte ich mich an der Herausbildung eines landespolitischen Profils unserer Partei, das heißt u.a. eines überzeugenden Landtagswahlprogramms und einer entsprechenden Gewichtung unserer Positionen in der Bundespartei beteiligen.