
Stefan Karstens (26), KV Rendsburg-Eckernförde
Liebe Genossinnen und Genossen,
hiermit bewerbe ich mich als Mitglied des Landesvorstandes:
Nach den für uns außerordentlich erfolgreichen Kommunalwahlen steht unsere Partei vor entscheidenden Herausforderungen. Wir sind aufgefordert, den Vertrauensvorschuss, welchen uns die Wählerinnen und Wähler am 25. Mai gegeben haben, in eine aktive Tagespolitik umzusetzen. Wir als LINKE sind gewählt worden , um den Unmut und Protest der Menschen in unserem Land in die Parlamente zu tragen. Hierbei aber darf es nicht bleiben: In Vorbereitung der Landtagswahlen 2010 ist die Erarbeitung eines inhaltlich fundierten Landesprogramms, welches ein klares Gegenmodell zur derzeit herrschenden marktradikalen Politik der Großen Koalitionen in Kiel und Berlin formuliert, von besonderer Bedeutung. Der künftige Landesvorstand muss der Aufgabe gerecht werden, die hierzu nötigen programmatisch-inhaltlichen Debatten in der Breite der Partei anzustoßen. In Zusammenarbeit mit den LAGs, den Strömungen, den Basisgruppen und Gliederungen muss dieser Prozess die Kompetenz und Kreativität aller Mitglieder einbeziehen, eine jede und einen jeden zur Mitwirkung motivieren. Persönliche Auseinandersetzung -die in jüngerer Zeit viel zu oft unsere Handlungsmöglichkeiten gelähmt haben- müssen zurückstehen, die Toleranz vor der Meinung des Andersdenkenden in den Vordergrund rücken.
DIE LINKE in Schleswig-Holstein stehen vor einer Richtungsentscheidung für die nächsten Jahre: Wollen wir eine Politik des falsch verstandenen „Pragmatismus“ betreiben, um uns zu einer Machtoption für die so genannten Sozialdemokraten zu degradieren? Wollen wir unsere Kraft dafür verschwenden, die neoliberale großkoalitionäre Landesregierung durch eine ebenso neoliberale unter SPD-Führung zu ersetzten?
Oder wollen wir eine Partei sein, die sich als starke Opposition zu den herrschenden Kräften versteht; eine Partei, die kompromisslos und entschlossen für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für die Verbesserung der Lage der Erwerbslosen, gegen die Diskriminierung der Migrantinnen und Migranten, für die Rechte der Frauen und die Rechte der Kinder, für die Belange der Schülerinnen und Schüler, der Studierenden und Auszubildenden, für die Würde der Rentnerinnen und Rentner – kurz: für eine gerechtere Gesellschaft kämpft?
Für letzteres werde ich mich im Landesvorstand einsetzen. Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit außerparlamentarischen Kräften wie den Gewerkschaften, der globalisierungskritischen Bewegung, antifaschistischen Initiativen, Friedensgruppen, u.v.m. sehe ich dabei als Verpflichtung, den auf diesem Parteitag beantragten „Ratschlag für eine linke Politik in Schleswig-Holstein“ als große Chance. Nur eine starke Opposition wird eine andere Gesellschaft möglich machen. Packen wir es an!
Biographisches/Politischer Werdegang