Politik schürt Kinderarmut

Anlässlich des Weltkindertages am kommenden Donnerstag üben die LINKEN scharfe Kritik an den Großen Koalitionen in Land und Bund. „2,6 Millionen Kinder leben nach Regierungsangaben bundesweit in Armut, in Schleswig-Holstein ist es beinah jedes fünfte Kind. Aber die Regierungen legen ihre Hände in den Schoß und tun nichts“, sagte Antje Jansen, Landessprecherin der LINKEN.

Die Debatte um die Schülerbeförderungskosten im Lande sei dafür ein weiterer Beleg. „Deren Verlauf und Ergebnis ist einfach nur jämmerlich, und dient sichtlich mehr der Profilneurose der Koalitionspartner als der Sache.“

Die soziale Absicherung von Kindern sei für die drittgrößte Industrienation keineswegs eine Frage der Möglichkeiten „sondern einfach eine des Willens“. Natürlich sei es leistbar Kinder mit mindestens 300 Euro im Monat abzusichern und kostenlose Ganztagesangebote in Krippen und Schulen zu schaffen. „Aber es ist offensichtlich gewollt, ein Fünftel der heutigen Kinder auf ein Dasein am untersten Rande der Gesellschaft vorzubereiten“. Die seien später dankbar für niedrigste Löhne und „dienen dann gleichzeitig den Durchschnittsbürgern als Drohkulisse für deren eigenes Schicksal, wenn die nicht bereit sind zu funktionieren, wie Wirtschaft und Politik es fordern“, so die Landessprecherin der LINKEN.

Jansen, die selber einen Lübecker Kindergarten leitet, verweist darauf, dass von Armut betroffene Kinder oft schon in der Grundschule abgehängt würden.

„Dreißig Prozent von ihnen müssen schon da Klassen wiederholen, bei Kindern aus sogenannt besseren Verhältnissen sind es nur acht Prozent.“ Dementsprechend sei die Chance weiterführende Schulen zu besuchen, sehr viel geringer. Das bedeute, Kinder würden hierzulande nicht erst im dreigliedrigen Schulsystem, „sondern faktisch schon von der Wiege an selektiert. Das ist menschenverachtend, aber von der Politik offensichtlich so gewollt“.