Kindergartenpflicht darf nicht zur Mogelpackung werden

DIE LINKE sieht in der Planung der CDU, ab dem Jahr 2009 das letzte Kindergartenjahr verpflichtend und beitragsfrei einzurichten, als Schritt in die richtige Richtung. „Doch das darf nicht wieder zur Mogelpackung werden“, mahnt die Landessprecherin Antje Jansen, die selber einen Lübecker Kindergarten leitet. „Das Gesamtpaket muss stimmen, so muss das kostenfreie Angebot auch für Ganztagsplätze gelten.“ So sei auch zu gewährleisten, dass es ein flächendeckendes und ausreichendes Angebot von weltanschaulich und religiös unabhängigen Trägern gebe. “Es kann und darf nicht sein, dass Eltern quasi gezwungen werden ihre Kinder in Obhut kirchlicher Einrichtung zu geben. Hier muss es eine echte Wahlfreiheit geben, die nur garantiert werden kann, wenn Land, Kommunen und Elterninitiativen ein ausreichendes Angebot schaffen”, so Jansen.

Zudem bedürfe es erheblicher Anstrengungen zum Ausbau der Infrastruktur, denn die heutige reiche dafür nicht aus, um den Bedarf an Halbtags- wie Ganztagsplätzen abzudecken. Auch sei zu beachten, dass bereits jetzt die einzelnen

Gruppen mit durchschnittlich 22 Plätzen zu groß seien, um den Kindern tatsächlich gerecht zu werden. Deswegen müssten gleichzeitig in den Kindergärten neue Arbeitsplätze mit Fachpersonal geschaffen werden. Zudem müssten alle Angebote grundsätzlich kostenfrei sein.

Laut Jansen „macht es keinen Sinn, einerseits Kindergeld zu zahlen, den Eltern auf der anderen Seite das Geld durch Gebühren, Beiträge für Mittagessen und Schülerbeförderungskosten wieder aus der Tasche zu ziehen. Chancengleichheit für Eltern wie Kinder ist nur durch absolute Kostenfreiheit zu erreichen.“ Für den Staat sei

jeder in diesem Bereich ausgegebene Cent eine wirksame Investition in die Zukunft der Gesellschaft, denn Kindergärten hättwn einen staatlichen Bildungsauftrag, dersie unabhängig von der Herkunft der Kinder zu verwirklichen sei.