Foto einer jungen Frau mit Haarnetz, die in einer Großküche Geschirr spült (Symbolfoto als Button zur Artikelübersicht

LINKE Schleswig-Holstein unterstützt Lehrer-Proteste

Vergangene Woche protestierten Junglehrer in Kiel Unter dem Motto „Uns reicht’s! Wir wandern aus!“. Dabei ging es um zu wenig Stellen und schlechte Arbeitsbedingungen für Referendare.

Dazu erklärt Lorenz Gösta Beutin, Landessprecher der LINKEN in Schleswig-Holsten: „Ausgerechnet der Bereich Bildung, welcher die notwendigsten Bedingungen für ein selbstbewusstes, kritisches und friedliches Miteinander schafft, wird in Schleswig-Holstein von unverantwortlichen Sparmaßnahmen geradezu überzogen. Ob es um die geplanten Zusammenlegungen der Universitäten, sich ständig wiederholende Vorstöße zur Einführung von Studiengebühren,um KiTa-Gebühren oder die katastrophalen Zustände an Schulen geht- diese Politik geht mehr zu Lasten der kommenden Generationen als jede Neuverschuldung es jemals könnte.

Lehrer an allgemeinbildenen Schulen in Schleswig-Holstein haben heute unter den widrigsten Arbeitsbedingungen zu leiden. Überfüllte Klassen, Personalmangel, unzureichende Austattung, Überstunden – das alles ist heute Alltag. Dabei trifft es Referendare besonders hart. Für Kinder bedeutet dies: Ständige Senkung des Unterrichtsniveaus, Stundenausfall, mangelnde Rücksichtnahme auf individuelle Bedürfnisse. Dieses Problem zieht sich durch alle Schularten, vom Gymnasium bis zur Förderschule.

Dazu kommt eine unglaubliche psychische Belastung für Lehrer in prekärer Beschäftigung. Wie soll man anspruchsvollen Unterricht gestalten, wenn einem ständig das Unvermögen im Nacken sitzt, die Zukunft zu planen, weil man nur einen befristeten Vertrag hat? Weil man fürchten muss, in den Sommerferien ALG II beantragen zu müssen? Obendrein belastet die ebenfalls kritisierte schlechte Bezahlung.

Bildung ist keine Ware! Sie (und übrigens auch kein anderer gesellschaftlicher Bereich) darf nicht dem Wettbewerbsprinzip unterworfen werden, das sich wie immer in fortwährender Rationalisierung äußert. In Schleswig-Holstein beobachten wir aber genau diese Tendenz in zunehmendem Maße. Was das für unsere Zukunft bedeutet, wage ich mir nicht auszumalen.“