Foto eines hungrigen Mädchens vor einer Wand (Symbolfoto als Button zur Artikelübersicht

DIE LINKE Schleswig – Holstein zum Bildungsstreik

Auftakt zum bundesweiten Bildungsstreik in Kiel – Trotz Regens über 1500 Schülerinnen und Schüler in Kiel auf der Straße – Polizei nimmt friedliche Clowns fest – Landesregierung ist mit ihrer Bildungspolitik gescheitert

In Kiel gingen heute trotz Regens gut 1500 Schülerinnen und Schüler sowie Studierende während der Unterrichtszeit als Auftakt eines bundesweiten Schulstreiks, der nächste Woche in den anderen Bundesländern fortgesetzt wird, auf die Straße. Sie wollten so auf Missstände im Bildungssystem aufmerksam zu machen.

DIE LINKE Schleswig – Holstein beglückwünscht die Organisatorinnen und Organisatoren für diesen Erfolg und sieht sich in ihrer Kritik an der Bildungspolitik der Landesregierung bestätigt. „Unsere Forderungen sind mit den Forderungen des Bildungsbündnisses weitgehend identisch. Die große Koalition, aber auch die rot – grüne Koalition vorher, haben es nicht geschafft das Bildungssystem sozial gerecht und zukunftsfähig zu gestalten. Stattdessen wurde die Bildung kaputtgespart,“ so das Mitglied des Landesvorstandes Björn Thoroe.  DIE LINKE Schleswig – Holstein wird

  •  für eine Wiedereinführung des Kurssystems in der Oberstufe streiten, damit die Fähigkeiten und Interessen der Schülerinnen und Schüler wieder Beachtung finden
  • gegen das achtjährige Gymnasium eintreten, da dieses den Selektionsdruck am Gymnasium noch weiter verstärkt und den Schülerinnen und Schülern keine Zeit für private Aktivitäten lässt
  • für Klassen mit höchstens 20 Schülerinnen und Schülern streiten, damit alle Lernenden individuel gefördert werden können
  • kostenlose Bildung von der KiTa bis zur Uni fordern
  • sich dafür einsetzen, dass alle Studierenden ihren Master machen dürfen und die Abschlüsse Diplom und Magister parallel zu Bachelor und Master weiterhin angeboten werden
  • das Prinzip „Eine Schule für Alle“ vertreten, um die soziale Selektion im Bildungssystem zu beenden.

DIE LINKE Schleswig – Holstein kritisiert das Verhalten der Polizeikräfte, die durch die Festnahme einiger friedlicher Clowns die Situation anheizten und nach der Demonstration am Bahnhof ca. 50 zum Teil sehr junge Schülerinnen und Schüler einkesselte und Platzverweise aussprach. „Diese Aktionen waren völlig überflüssig. Es ist mir absolut unverständlich, warum die Polizei eine Demonstration junger aktiver Menschen ohne Grund angreift“, so Björn Thoroe.

DIE LINKE Schleswig – Holstein fordert die Landesregierung auf einen Zeitplan für die zügige Umsetzung der Forderungen des Bildungsbündnisses vorzulegen und alle mit dem neuen Schulgesetz entstehenden Kosten zu übernehmen, statt die Kommunen im Regen stehen zu lassen.

Wir appellieren außerdem an die Schulleiterinnen und Schulleiter keine Schulstrafen gegen Schülerinnen und Schüler auszusprechen, die sich heute an den Aktionen beteiligten. Wir brauchen dringend mehr Menschen in diesem Land, die sich aktiv am politischen Leben beteiligen und für ihre Rechte kämpfen! Die streikenden jungen Menschen haben gezeigt, wie dies möglich sein könnte.