Beschäftigte in Schleswig-Holstein besonders häufig im Niedriglohnbereich tätig

In Schleswig-Holstein arbeiten mit 21,6% mehr Menschen im Niedriglohnsektor als im Bundesdurchschnitt (20%). Tendenz weiter steigend.

In Schleswig-Holstein arbeiten mit 21,6% mehr Menschen im Niedriglohnsektor als im Bundesdurchschnitt (20%). Tendenz weiter steigend. Besonders betroffen sind mit 37,9% befristet und mit 81,4%  geringfügig Beschäftigte.

“Immer mehr Menschen im Land können von ihrem Lohn nicht leben“, kommentiert Cornelia Möhring, Schleswig-Holsteinische Bundestagsabgeordnete der Linken. Es gäbe nicht wenige Betriebe, die echten „Sozialmissbrauch“ betreiben: sie zahlen ihren Beschäftigten niedrige Löhne und verlassen sich darauf, dass aus Steuermitteln ergänzende Sozialleistungen für das Existenzminimum fließen. In Schleswig-Holstein stieg allein von 2006 bis 2008 die Zahl der so genannten AufstockerInnen um 11.181 auf 45.419 (+32,7%).

Bundesweit erhielten 2009 ca. 1,2 Millionen Haushalte ergänzende Hartz-IV-Leistungen, weil der Arbeitslohn unterhalb der Armutsgrenze lag. Pro Haushalt „entlasteten“ die SteuerzahlerInnen die Unternehmen so monatlich um 769 Euro. Auf das Jahr gerechnet ergibt sich danach ein Zuschuss von ca. 11 Mrd. Euro aus Steuermitteln.

„Diese Zahlen zeigen, wie notwendig die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns für sehr viele Menschen ist. Wir brauchen einen Kurswechsel in der Arbeitsmarktpolitik – weg von den staatlichen Zuschüssen für Beschäftigungsverhältnisse unterhalb des Existenzminimums und hin zu einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, von dem die Menschen auch leben können“ , forderte Möhring.