Gegen die Beltquerung stellen wir uns quer

Vom 19. bis 23. Juli 2010 sind Abgeordnete der Bundestagsfraktion DIE LINKE und der Landtagsfraktionen Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns von Rügen bis Fehmarn entlang der Küste unterwegs, um die Bürgerinitiativen zu unterstützen und mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.

DIE LINKE tritt entschieden gegen den Bau einerfesten Fehmarnbeltquerung ein! Eine Brücke oderein Tunnel zwischen der Ostseeinsel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland hat es in sich: Diese 19 Kilometer lange Verbindung wäre mit über zehn Milliarden Euro das teuerste Verkehrsprojekt Europas und ist mit dramatischen Folgen für Mensch und Umwelt verbunden.

Die große Mehrheit der Bevölkerung der touristischgeprägten Region lehnt das Megaprojekt ab. Der Bau würde zu einer Verlagerung fast des gesamten Güterverkehrs in den skandinavischen Raum durch die strukturschwache, aber touristisch reizvolle norddeutsche Küstenregion führen. Die Menschen vor Ort fürchten um ihre Existenzgrundlage, wenn die Touristen aufgrund des Verkehrslärms ausbleiben.

Es ist verkehrspolitisch unsinnig und ökonomisch kontraproduktiv. Da es einen guten Fährverkehr gibt, der im 30-Minutentakt zwischen den Inseln pendelt, gibt es hierfür auch keinen Bedarf. Die Kosten für den Ausbau der deutschen Hinterlandanbindung betragen mindestens 1,7 Milliarden Euro. Diese sollen von Bund, Länder und Kommune nin Deutschland übernommen werden – also vom Steuerzahler! DIE LINKE wird mit allen Mitteln versuchen, dieses Projekt zu stoppen und für eine soziale und ökologische Verkehrswende streiten.

DIE LINKE fordert, dass

  • mit Dänemark neu verhandelt wird, um umgehend aus dem deutsch-dänischen Staatsvertrag nach Artikel 22 Absatz 2 auszusteigen und alle Planungen zu stoppen,
  • der Schienengüterverkehr nach Skandinavien weiterhin auf der Jütlandroute bleibt und nicht durch die touristischen Orte der Bädertrasse umgeleitet wird,
  • der Nutzen aller geplanter Verkehrsinvestitionsprojekte mit realistischen Verkehrsprognosen und tatsächlichen Kosten neu bewertet wird,
  • nicht nur eine Umweltverträglichkeitsprüfung, sondern auch eine Sozialverträglichkeitsprüfung durchgeführt wird, in der alle Anwohner einbezogen werden.

Tourenplan von Rügen bis Fehmarn

Montag, 19. Juli 2010
Rostock, 12 bis 13.30 Uhr
Wismar, 14.30 bis 16 Uhr
Boltenhagen, 16.30 bis 18 Uhr

Dienstag, 20. Juli 2010
Lübeck, 10 bis 12 Uhr
Sierksdorf, 14 bis 15 Uhr
Sierksdorf, 15 bis 17 Uhr
Podiumsdiskussion »Fehmarnbeltquerung ohne Rücksicht auf das Hinterland?«
im Pavillon im Ortskern Sierksdorf (Nähe Hansapark), mit:
Herbert Behrens, MdB, Mitglied im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages
Björn Thoroe, MdL, Verkehrspolitischer Sprecher, Landtagsfraktion Schleswig-Holstein
Cornelia Möhring, MdB, Landesgruppe Schleswig-Holstein (Moderation)
Malte Siegert, Sprecher der Allianz gegen eine feste Fehmarnbeltquerung
Bernd Homfeldt, Projektleiter Deutsche Bahn ProjektBau GmbH (angefragt)

Mittwoch, 21. Juli 2010
Burg (Fehmarn), 8.30 bis 12 Uhr
Heiligenhafen, 13 bis 16 Uhr
Lensahn, 16.30 bis 18 Uhr

Donnerstag, 22. Juli 2010
Eutin, 9.30 bis 11.30 Uhr
Timmendorfer Strand, 12 bis 13 Uhr
Ratekau, 14 bis 15 Uhr

Freitag, 23. Juli 2010
Stralsund, 9 bis 11 Uhr
Sassnitz (Rügen), 12 bis 14 Uhr

Aktuelle Infos zur Tour unter
www.linksfraktion.de/beltquerung

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