Evakuierungszonen erweitert – AKW Brokdorf weiterhin in Betrieb

Die sogenannten Evakuierungszonen rund um in Betrieb befindliche Atomkraftwerke sollen von bisher zehn auf 20 Kilometer erweitert werden, wie heute entsprechenden Presseberichten zu entnehmen war. Im Falle eines schweren Reaktorunfalls soll aus diesen Zonen die Bevölkerung vor freigesetzter Radioaktivität in Sicherheit gebracht werden.

In Schleswig-Holstein betrifft dieses aufgrund des dortigen AKW Brokdorf insbesondere denn Kreis Steinburg, im Falle eines Super-GAU müssten nach den neuen Katastrophenschutzplänen ca. 168 000 Menschen ihre Heimat umgehend verlassen.

„Die neuen Evakuierungspläne scheinen endlich eine konkrete Reaktion auf die bereits im April des Vorjahres vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlichte Studie zu sein, welche den Bevölkerungsschutz im Falle einer Atomkatastrophe als völlig unzureichend bemängelt hat. Bereits im vergangenen Jahr haben Vertreterinnen und Vertreter der LINKEN in den Kommunalparlamenten landesweit die zuständigen Kreisbehörden befragt, welche Reaktionen auf die besagte Studie des BfS erfolgen sollen. Damals bekamen wir nur sehr dürftige und ausweichende Antworten“, so Jens Schulz, Landessprecher der Partei DIE LINKE.

„Auch die geplanten neuen Evakuierungszonen sind im Fall der Fälle vollkommen unzureichend, hat doch das BfS von der Notwendigkeit gesprochen, im Umkreis von 100 Kilometern um einen havarierten Reaktor die Bevölkerung in Sicherheit bringen zu müssen. Kann ganz Schleswig-Holstein evakuiert werden? Kann Hamburg kurzfristig geräumt werden? Ich denke, dies ist unmöglich. Wer die Bevölkerung wirklich vor den unkalkulierbaren Risiken eines Atomunfalls schützen möchte, muss dass AKW Brokdorf unverzüglich vom Netz nehmen“, so Jens Schulz abschließend.

Hintergrundinformationen:
Analyse der Vorkehrungen für den anlagenexternen Notfallschutz für deutsche Kernkraftwerke basierend auf den Erfahrungen aus dem Unfall in Fukushima (Bundesamt für Strahlenschutz, April 2012)