Das Sylt-Syndrom, Teil 3: Geburten lohnen sich nicht?

Seit Anfang diesen Jahres müssen alle schwangeren Sylterinnen zur Entbindung aufs Festland, da die Geburtenstation im örtlichen Krankenhaus geschlossen worden ist. Eigentümer der Nordseeklinik in Westerland ist der Konzern Asklepios, welcher den Betrieb der Geburtsabteilung als „unrentabel“ eingestellt hat. Zudem weigert sich der Konzern, dem dort praktizierenden gynäkologischen Personal weiterhin die immensen Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung zu bezahlen – Bedingungen, unter den auch die Hebammen der Insel nicht mehr arbeiten können.

Seit Anfang diesen Jahres müssen alle schwangeren Sylterinnen zur Entbindung aufs Festland, da die Geburtenstation im örtlichen Krankenhaus geschlossen worden ist. Eigentümer der Nordseeklinik in Westerland ist der Konzern Asklepios, welcher den Betrieb der Geburtsabteilung als „unrentabel“ eingestellt hat. Zudem weigert sich der Konzern, dem dort praktizierenden gynäkologischen Personal weiterhin die immensen Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung zu bezahlen – Bedingungen, unter den auch die Hebammen der Insel nicht mehr arbeiten können.

„Es ist absurd: Einerseits wird oft darüber geklagt, es würden zu wenig Kinder geboren werden. Andererseits werden Geburten als ‘unrentabel’ und ‘unwirtschaftlich’ bezeichnet, die notwendigen Einrichtungen nach und nach geschlossen. Insbesondere in den ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins gerät die Aufrechterhaltung der Geburtshilfe zunehmend in Gefahr. Sylt ist hierfür ein Extrembeispiel“, so Jens Schulz, Landessprecher der LINKEN.

„Schuld daran ist die Privatisierung zahlreicher Krankenhäuser und anderer medizinischer Einrichtungen. Die Gesundheitsversorgung ist zu einem Milliardengeschäft geworden, in welchem einige wenige Konzerne gigantische Umsätze einfahren. Entscheidend ist nur noch was für die Eigentümer Profit abwirft, und nicht, welche medizinischen Dienstleistungen benötigt werden. Patientinnen und Patienten bleiben auf der Strecke“, so Jens Schulz weiter.

DIE LINKE fordert eine Rücknahme der Privatisierungen im Gesundheitswesen. Krankenhäuser müssen  Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge sein. Zur Sicherstellung eine wohnortnahen Geburtshilfe sowie zur Entlastung der durch immens gestiegenen Beiträge zur Berufshaftpflicht in ihrer Existenz bedrohten Hebammen und Entbindungspfleger hat DIE LINKE im Bundestag kürzlich die Einrichtung eines öffentlich finanzierten Haftungsfonds beantragt.

Um den Zusammenhang zwischen Steuergeschenken für Vermögende und dem fortschreitenden Zusammenbrechen öffentlicher Daseinsvorsorge aufzuzeigen, ruft DIE LINKE. Schleswig-Holstein am 12.07. ab 15:00 Uhr zu einer Demonstration in Kampen (Sylt) auf.