Wir brauchen keine „wirtschaftliche Spitzenmedizin“, sondern medizinische Vollversorger

Die Gespräche über die eventuelle Umschichtung der Schulden des UKSH verdeutlicht die Schieflage in diesem Land. Die Schulden sind Schulden des Landes, selbstverständlich müssen sie auf den Haufen gelegt werden, von wo aus sie am besten abgearbeitet werden können. Diese Landesschulden auf dem Konto des UKSH zu belassen, ist nichts weiter als Schönfärberei des Landeshaushaltes. Um davon abzulenken, wird von „Hausaufgaben“ gesprochen, die das UKSH erfüllen müsse, ehe die Schulden „übernommen“ würden.

Die Gespräche über die eventuelle Umschichtung der Schulden des UKSH verdeutlicht die Schieflage in diesem Land. Die Schulden sind Schulden des Landes, selbstverständlich müssen sie auf den Haufen gelegt werden, von wo aus sie am besten abgearbeitet werden können. Diese Landesschulden auf dem Konto des UKSH zu belassen, ist nichts weiter als Schönfärberei des Landeshaushaltes. Um davon abzulenken, wird von „Hausaufgaben“ gesprochen, die das UKSH erfüllen müsse, ehe die Schulden „übernommen“ würden und davon, dass es von nun an bitte wirtschaftlich zu arbeiten habe. Was genau diese „Hausaufgaben“ sind, wird – zumindest öffentlich – nicht genannt. Stattdessen lamentiert der liberale Ex-Gesundheitsminister Heiner Garg über „versorgungspolitische Ziele“ und postuliert, wir bräuchten in SH keinen Maximalversorger, sondern einen „Leistungsträger der Spitzenmedizin“.

Doch genau das ist es, was wir brauchen: einen Maximal- bzw. Vollversorger. Wir brauchen Landeskrankenhäuser, in denen jeder Patient* versorgt und jede Krankheit behandelt werden kann.

„Von Flensburg, Fehmarn oder Heide die einzigen Vollversorger des Landes – die UKSH Standorte Kiel und Lübeck – zu erreichen, ist für Kranke unter Umständen schon eine Zumutung, sie einfach an das Nachbarland zu verweisen hat die Grenze zur Fahrlässigkeit überschritten“, so Mona Isabell Mittelstein, gesundheitspolitische Sprecherin der LINKEN. Schleswig-Holstein.

Ein Krankenhaus muß gut funktionieren, die Patienten müssen anständig und liebevoll versorgt werden – dafür benötigt das Personal anständige Arbeitsbedingungen. Diese beinhalten: genügend Mitarbeiter und ausreichend Zeit für jeden Behandlungs- und Pflegeschritt auf allen Stationen, funktionierendes technisches Gerät, Arbeitszeiten die ausreichend Erholungspausen beinhalten und den Biorhythmus nicht stören und natürlich ein angemessener Lohn – wenn das Krankenhaus dann zusätzlich auch noch wirtschaftlich arbeitet ist das super. Die Wirtschaftlichkeit darf aber nicht an erster Stelle stehen, sondern nur das Wohl der Patienten und Mitarbeiter.

Ein weiterer großer finanzieller Posten ist die längst überfällige Sanierung unserer Krankenhäuser. Mittlerweile wird mit einer Summe gerechnet, die an eine Milliarde grenzen könnte. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Sanierung nur deswegen so teuer wird, weil sie über so viele Jahre verschleppt wurde – schuld daran ist auch und gerade der Investitionsstau und die Schuldenbremse im Land.

Bei all den Scheinargumenten, die von den konservativen Parteien ausgetauscht werden steht zu befürchten, dass dies die nächste Welle zur Vorbereitung einer (Teil-)Privatisierung unserer Krankenhäuser ist. Doch Gesundheit ist keine Ware, wir geben unser Leben nicht in die Hände von Medizinspekulanten!