„Der Lack ist ab“ – LINKE kämpft für Nein am 29. November zu Olympia in Kiel

Der Lack ist ab. Schon im März sahen bis zu 30% der Befragten in Kiel den Nutzen von Olympia für Kiel kritisch. Mit den neuen Zahlen und den Stück für Stück ans Licht kommenden Knebelverträgen nehmen auch die kritischen Fragen zu. Wollen wir 123 Millionen und mehr in zwei Wochen Volksfest investieren oder haben wir als hochverschuldete Stadt nicht doch eher andere Prioritäten?
DIE LINKE wird am 29. November als einzige Partei beim Bürgerentscheid in Kiel für ein starkes Nein zur Austragung der Olympischen Spiele werben.

„Der Lack ist ab. Schon im März sahen bis zu 30% der Befragten in Kiel den Nutzen von Olympia für Kiel kritisch. Mit den neuen Zahlen und den Stück für Stück ans Licht kommenden Knebelverträgen nehmen auch die kritischen Fragen zu. Wollen wir 123 Millionen und mehr in zwei Wochen Volksfest investieren oder haben wir als hochverschuldete Stadt nicht doch eher andere Prioritäten?“, so Kreissprecher DIE LINKE Kiel Florian Jansen.

DIE LINKE Schleswig-Holstein und der Kieler Kreisverband werden mit 500 Plakaten, eigener Kampagnenseite (www.kiel-entscheidet.de) und 25.000 Flyern im öffentlichen Diskurs präsent sein. Schon im Kieler Rat stimmte lediglich DIE LINKE gegen eine Bewerbung der Stadt, weil sie fürchtete, die Gelder würden in Zukunft für soziale Projekte fehlen.

„Das IOC ist keine gemeinnützige Stadtentwicklungsgesellschaft. Wenn wir in die Zukunft unserer Stadt investieren wollen, können wir sofort eine Liste mit Projekten vorlegen, die mehr Nachhaltigkeit entwickeln können: Ausbau der frühkindlichen Bildung in Gaarden, Schaffung preiswerten Wohnraums in der Innenstadt -aber auch in Schilksee- und den Wiederaufbau einer dezentralen Bäderlandschaft und damit garantierten Schwimmunterricht für unsere Kinder wären passende Beispiele“, so der Kieler Ratsherr Stefan Rudau.

DIE LINKE Schleswig-Holstein hatte sich schon ganz zu Beginn der Olympia-Euphorie kritisch geäußert und den Schulterschluss mit dem Hamburger Landesverband beschlossen.

„Für uns ist der Olympia-Hype exemplarisch dafür, wie sich die Politik an glitzernden Großprojekten berauscht, weil ihr der mühselige Alltag zu dröge wird. Zudem steht ja auch die Frage im Raum, in wie weit das Land einen Teil der Megasause übernehmen soll. Albig hat ja ein gesteigertes Interesse an Spaß und Bewirtung, aber die Arbeit kommt vor dem Vergnügen. Die nüchterne Wirklichkeit mit ihren realen und handfesten Problemen in diesem Land braucht unsere ganze Aufmerksamkeit, da können wir uns keinen Olympiarausch leisten“, schließt Landessprecher Jens Schulz.