Internationaler Frauen(kampf)Tag: Schicksale von Frauen auf der Flucht ernst nehmen

Der internationale Frauentag (8. März) ist für DIE LINKE. Schleswig-Holstein Anlass daran zu erinnern, dass Frauen, die als Flüchtlinge zu uns kommen, besonderer Solidarität bedürfen.

„Der Frauentag mahnt uns, sich den weiblichen Flüchtlingen insbesondere zuzuwenden. Ich glaube die Dunkelziffer derer, die vor sexistischer Unterdrückung und Gewalt fliehen, ist zu groß.  Im Januar kamen 186 weibliche Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein. Viele davon aus Kosovo.  Frauen sind in Bürgerkriegen öfter Opfer sexueller Gewalt, gerade in der Balkanregion wurden zehntausende vergewaltigt. Wir müssen bei der Betreuung von Flüchtlingen darauf achten, dass sie sich mit ihren Geschichten auch anvertrauen können. Besonders muss es möglich sein, dass Frauen eine erneute Anhörung bekommen können, wenn dies beispielsweise eine Therapeutin empfiehlt“, so Landessprecher Jens Schulz.

Aus Kosovo stammt derzeit die größte Gruppe an Flüchtlingen. Hierzu gibt es die Diskussion  Kosovo – ähnlich wie zuvor schon Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien – als sicheres Herkunftsland einzustufen. In diesem Fall wird ein Asylantrag automatisch abgelehnt, wenn Mensch nicht besondere Umstände geltend machen kann.

„Ein beschleunigtes Asylverfahren behindert die Erkennung von Fluchtschicksalen mit geschlechtsspezifischem Hintergrund.  Die Menschen fliehen nicht aus Spaß aus Kosovo. Anstatt darüber nachzudenken, wie wir uns ihrer schnell entledigen, sollten wir uns ins Gedächtnis rufen, dass zehntausende Frauen in den vergangenen Kriegen der Region auch aus taktischem Kalkül vergewaltigt wurden und daher versuchen ihren Schicksalen gerecht zu werden“, so Jens Schulz abschließend.