Chancen von Menschen über 55, eine Arbeit zu finden, werden auch in Schleswig-Holstein schlechter

In den letzten fünf Jahren ist der Anteil älterer Menschen über 55 Jahren, die keine Arbeit haben, deutlich gestiegen. Waren es 2010 noch über 16.000 stieg die Zahl bis Ende letzten Jahres auf knapp 20.000. Damit sind in Schleswig-Holstein fast 20 Prozent der Arbeitslosen 55 Jahre oder älter. Nicht mitgerechnet sind dabei die Arbeitssuchenden, die Hartz IV beziehen, über 58 Jahre alt sind und bereits länger als ein Jahr erfolglos einen Job suchen.

Wie aus einer kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag hervorgeht, beziehen 195.000 Erwerbslose, das sind fast 2/3 aller älteren Hartz-IV-Bezieher*innen, schon mehr als vier Jahre Grundsicherung. Das ist eine Steigerung von 40 Prozent in den letzten fünf Jahren.

In den letzten fünf Jahren ist der Anteil älterer Menschen über 55 Jahren, die keine Arbeit haben, deutlich gestiegen. Waren es 2010 noch über 16.000 stieg die Zahl bis Ende letzten Jahres auf knapp 20.000. Damit sind in Schleswig-Holstein fast 20 Prozent der Arbeitslosen 55 Jahre oder älter. Nicht mitgerechnet sind dabei die Arbeitssuchenden, die Hartz IV beziehen, über 58 Jahre alt sind und bereits länger als ein Jahr erfolglos einen Job suchen.

Wie aus einer kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag hervorgeht, beziehen 195.000 Erwerbslose, das sind fast 2/3 aller älteren Hartz-IV-Bezieher*innen, schon mehr als vier Jahre Grundsicherung. Das ist eine Steigerung von 40 Prozent in den letzten fünf Jahren. Die Chancen für ältere Arbeitnehmer*innen haben sich also bundesweit, aber auch auf dem schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt nicht verbessert, sondern verschlechtert.

Hinzu kommt, dass Erwerbslose älter als 63 Jahre häufig von den Jobcentern gezwungen werden, mit Abschlägen in ‪‎Rente‬ zu gehen. Dabei ist die Zahl der Rentner*innen, die von ihrer Rente nicht leben können, deutlich gestiegen: 33.000 Rentnerinnen und Rentner in Schleswig-Holstein gehen jobben, zum Großteil in ‪‎Minijobs‬.

Wer nun denkt, mich betrifft das nicht, ich bin ja noch weit entfernt von der Rente, sitzt einem Irrglauben auf: Nicht nur das Renteneintrittsalter ist auf 67 angehoben worden, auch das Rentenniveau ist auf 43 Prozent gesenkt worden. Die „Rentenreform“ war also, wie jetzt wieder deutlich wird, nichts anderes als eine radikale Kürzungsorgie. In einem Bundesland wie Schleswig-Holstein mit fast 50 Prozent an Beschäftigten, die einer atypischen Tätigkeit (Befristung, Zeitarbeit, Teilzeit o.ä.) nachgehen und einem großen Anteil an Niedriglohnbeschäftigten führt das absehbar zu weiter steigender Altersarmut. Dass der Druck auf Erwerbssuchende, jede Arbeit, sei sie noch so schlecht bezahlt, anzunehmen, liegt auf der Hand. Dass der Druck auf die, die „in Lohn und Brot“ stehen, ebenfalls zunimmt, genauso. Der Kampf für eine gute Rente gehört also untrennbar zu unserem Kampf für ein gutes Leben für alle Menschen, die hier leben.

Statt Erwerbslose immer weiter zu gängeln und absurde Forderungen nach einer Rente erst mit 70 Jahren aufzustellen, wie sie aus den Reihen von CDU und Junger Union verstärkt erklingen, wäre zu fragen, wie langfristig eine gute Rente für alle zu erreichen wäre: Wir schlagen vor, das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent anzuheben und die Rente mit 67 zu stoppen. Vor allem aber treten wir eine für eine Rente für Alle, die analog zur Bürgerversicherung alle Erwerbstätigen in die Rente einbezieht. Wenn dann noch tatsächliche Lohnsteigerungen, die Eindämmung des Niedriglohnsektors und atypischer Beschäftigung sowie ein gerechtes Steuersystem und eine Umverteilung der vorhandenen Arbeit durch Arbeitszeitverkürzungen hinzukämen, wäre schon einiges gewonnen.

Was wir in Schleswig-Holstein dafür tun können? Zum Beispiel eine starke LINKE in den Landtag wählen, die Druck macht, damit sich Schleswig-Holstein für diese Ziele stark macht und sie auch im Umgang mit den eigenen Beschäftigten verwirklicht.