Junges Mädchen mit Schwimmbrille und Schwimmbrett, im Wasser.

Jedes Kind in Schleswig-Holstein muss schwimmen lernen können!

Über die letzten zehn Jahren sind in Schleswig-Holstein 21 Bäder geschlossen worden, mehr als ein Drittel aller Sportstätten im Land sind dringend sanierungsbedürftig, Sportverbände schlagen Alarm: Ergebnis einer Großen Anfrage der Opposition, welche heute im Landtag beraten wurde.

„Schaufensterreden kurz vor dem Wahltag nützen wenig,“ so Stefan Karstens, Landtagskandidat und Mitglied im Landesvorstand der LINKEN, „wenn über Jahre fast nichts für die Erhaltung von Bädern und Sportstätten unternommen worden ist. Wenn sich Innenminister Studt (SPD) jetzt für zusätzliche zwei Millionen Euro abfeiern lässt und ansonsten den unterfinanzierten Kommunen die Schuld zuschiebt, ist dieses nicht nur billiges Wahlkampfgetöse, sondern offenbart fachliches Totalversagen.“

Im Rahmen der Großen Anfrage wurden ebenso verschiedene Schwimmsportverbände und die DLRG um Einschätzung gebeten. Übereinstimmend bringen alle zum Ausdruck, dass sich die Schwimmfähigkeit junger Menschen über die letzten Jahre verschlechtert hätte und erheblich mehr getan werden müsse, um die Möglichkeiten zum Schwimmen lernen insbesondere für Kinder auch in Zukunft sicherzustellen. Aus ihrer Sicht sei insbesondere die Vorhaltung in kommunaler Hand und nicht gewinnorientiert geführter Schwimmhallen für Vereine, Verbände und Schulen von zentraler Bedeutung. Dem entgegen steht die Erklärung der Landesregierung, in Schleswig-Holstein würden keine weiteren Bäder und Schwimmhallen benötigt.

Stefan Karstens hierzu: „Immer weniger Schwimmunterricht und daraus folgende Zunahme von tödlichen Badeunfällen sind eine Schande für das Land zwischen den Meeren. Alle derzeit im Landtag vertreten Partei haben daran ihren Anteil. Jede Landesregierung der vergangen zehn Jahre hat Kürzungsorgien in diesem Bereich geschehen lassen. DIE LINKE wird zu Beginn der kommenden Wahlperiode im Landtag beantragen, dass jährlich mindestens weitere 10 Millionen Euro für ein Programm zur schnellen baulichen Sanierung von Schwimmhallen und zur Förderung schulischen wie vereinsgebundenen Schwimmunterrichts aufgewendet werden. Bei einem prognostizierten Haushaltsüberschuss von einer halben Milliarde Euro darf dieses kein Problem sein. Jedes Kind in Schleswig-Holstein muss schwimmen lernen können!“