Politik ist weiterhin männlich

Women's March Lübeck: 11. März 2017, 13 Uhr

Der 19. Landtag in Schleswig-Holstein, der am 07. Mai gewählt wurde, besteht aus 6 Parteien und 73 Sitzen. Mit der Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP bestreitet das Land  neue Wege. Neu im Parlament ist auch die AfD, die mit ihrem rechtspopulistischen Getöse auf 5,9% der Stimmen kam und nun mit 5 Abgeordneten vertreten ist. Von den 73 Abgeordneten sind 24 Neulinge. Darunter 6 Frauen. Dennoch gibt das neue Parlament ein trauriges Bild ab, denn nur 30,1% der Abgeordneten insgesamt sind Frauen. Das ist der niedrigste Frauenanteil seit Ender der 1980er Jahre. Den höchsten Anteil an Frauen hatte der 14. Landtag im Jahr 1996 mit 38,6 %. Aber auch damals waren wir noch weit weg von 50%. Jetzt sind es nur noch 22 Frauen.
Besonders bei der CDU ist zu erkennen, dass Politik eindeutig männlich besetzt ist. Bei ihren 25 Sitzen gibt sie nur 3 Frauen einen Platz im Plenum. Ein fast verschwindend kleiner Teil.
Bei der SPD besteht fast die Hälfte der Fraktion aus Frauen. Dort sitzen 10 Frauen und 11 Männer auf der Bank. Bei den Grünen ist es genau die Hälfte mit 5 zu 5. Immerhin zwei Frauen sind bei 9 Sitzen noch bei der FDP zu finden. Und jeweils eine beim SSW und der AfD.
Im Bundesvergleich liegt Schleswig-Holstein damit im Mittelfeld. In Thüringen sind es immerhin 40,6 % Frauen und Schlusslicht ist

Baden-Württemberg mit einem Frauenanteil von 24,5%.
Frauen sind damit in den Länderparlamenten immer noch nicht zur Hälfte vertreten.
Das mag auch daran liegen, dass sich Frauen immer noch schwer tun mit dem Politikzirkus und dass es ihnen in den Parteien auch nicht immer gelingt in die erste Reihe zu kommen, wo sich meist Männer tummeln.
Dann wundert es nicht, dass der Frauenanteil im noch aktuellen Bundestag 37,1% beträgt.
Und nur bei der LINKEN und den Grünen sitzen mehr Frauen als Männer im Hohen Haus.
Aber insgesamt verträgt die Politik deutlich mehr weibliche Akteure. Also dann Frauen, auf zum Sturm der Parlamente!