TV-Duell (?): Wachsende soziale Armut, Kriegspolitik, Fluchtursachen… – alles nicht so wichtig?

Wahlkampf weichgespült – Wenn Merkel & Schulz schon nicht nach Armut, Lohndumping, Kriegspolitik oder nach der notwendigen Abschaffung von Hartz IV gefragt wurden: WIR LINKE lassen SPD und CDU nicht so einfach davonkommen!

Eine Nachbetrachtung von Herman U. Soldan (DIE LINKE Flensburg)

Es war vorauszusehen: Schulz und Merkel durften sich um die zentralen Themen der sozialen Schieflage der Gesellschaft und der Welt herumdrücken: Nichts Konkretes zu Kinder- und Altersarmut, nichts zur Gleichstellung von Frauen, nichts zur katastrophalen Situation im Pflege- und Gesundheitssektor, nichts zu gestiegenen Waffenexporten, nichts zur Schieflage im Bildungssektor, nichts zu millionenfachem Mangel an bezahlbaren Wohnungen, nichts zu nachhaltiger Landwirtschaft und Verbraucherschutz usw. usw. – Was die KanzlerkandidatInnen Schulz und Merkel nicht sehen wollen, erwähnten die vier ModeratorInnen erst gar nicht – und gefragt wurde danach erst gar nicht! Stattdessen überwiegend Geeiere und oberflächliches Gefasel zu emotional und medial überzeichneten Detail-Themen wie Fluchtverhinderung, Islam und innere Sicherheit, Dieselautos, Erdogan und Trump. SPD-Kandidat Schulz wählte sogar einen schnellen Ausweg aus der kurz angestoßenen Debatte um soziale Gerechtigkeit, indem er auf die Maut „abbog“ – das sagt so ziemlich alles über die Absichten der SPD!

Die sozialen Verwerfungen mit menschenunwürdigen Niedriglöhnen, Leiharbeit und Befristungen wurden von SPD, Grünen, CDU und FDP auf den Weg gebracht. Seitdem geht die soziale Schere – ganz nach dem Willen der neoliberalen Vordenker – immer weiter auseinander. Dies hat der Gesellschaft schwer geschadet, während sich die wenigen Reichen mit ihren Profiten aus der Ausbeutung und Enteignung von Millionen noch immer unbehelligt aus dem Staube machen.

DIE LINKE wird daher nun dringender gebraucht denn je: Wenn die größten Parteien den Kopf so sehr in den Sand stecken dürfen und dies von den TV-Sendern auch noch geduldet und gefördert wird, dann ist es höchste Zeit, dass sich noch mehr Menschen für einen sozialen, gerechten und solidarischen Politikwechsel entscheiden. – Nicht weiter Frust schieben über die ignorante Politik, sondern aktiv mitmachen für eine bessere soziale, ökologische und gerechte Zukunft: Am 24. September mit beiden Stimmen DIE LINKE wählen, damit es eine noch stärkere Stimme für eine neue Politik geben kann. Denn: Es geht nicht um „Merkel oder Schulz“. – Das so genannte „Duell“ hat es gezeigt: Beide ducken sich vor den grundlegenden Themen weg! Da macht DIE LINKE nicht mit!