Kältetote sind Folge einer falschen, unsozialen Politik

 

Ein Obdachloser in Lübeck ist auf offener Straßen erfroren. Und es werden bundesweit immer mehr Kältetote – die Zahl der Menschen ohne Obdach wird auf über eine Million geschätzt. Dazu erklärt Lorenz Gösta Beutin (MdB, Die Linke), Landessprecher der Linken in Schleswig-Holstein:

„Die LINKE Schleswig-Holstein fordert nach dem Vorbild Berlin einen Kältebus, Wärmeräume mit Suppenküchen, mehr Plätze in Notunterkünften und die Unterstützung freier Träger und ehrenamtlichen Engagements.

Ein Konzept aus der Einheit von Kältebussen und Kälteräumen sollte exemplarisch in allen Kommunen auf die Tagesordnung kommen und mit entsprechenden Finanzmitteln seitens der Städte und des Landes ausgestattet werden. Rot-rot-grün in Berlin hat es vorgemacht.

Immer mehr Menschen stehen plötzlich auf der Straße, weil ihr Einkommen nicht mehr für die Miete reicht. Betroffen sind Rentnerinnen und Rentner, prekär Beschäftigte und immer mehr Frauen – Folgen der bisherigen Lohn- und Rentenpolitik. Wer erst mal seine Wohnung verloren hat, verliert Lebensgrundlage und Menschenwürde in Deutschland. Und oft sein Leben.

Wie es anders geht, zeigt Finnland: Hier bekommen Obdachlose eine dauerhafte Wohnung, zumindest aber ein Bett in einer Notunterkunft. Seit zehn Jahren gibt es das – ein erfolgreiches Projekt, denn es gibt keine Obdachlosen mehr. In Deutschland hingegen steigen die Zahlen der Wohnungslosen. Es ist ein Land steigender Mieten, in dem das Grundrecht auf Wohnen zum menschenverachtenden und oft tödlichen Spekulationsobjekt verkommen ist. Wir sehen als Linke auch Bund und Land in der Verantwortung, die notwendigen finanziellen Mittel bereit zu stellen, um den Kommunen zu ermöglichen ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen. Wir werden uns nicht damit abfinden, dass in einem der reichsten Länder der Welt Menschen durch Kälte sterben“