Aus dem Arbeitsalltag einer Putzkraft im UKSH

Silke arbeitet in einem öffentlichen Krankenhaus als Reinigungskraft im UKSH in Lübeck, ist 28 Jahre alt und Mitglied in der Partei DIE LINKE.

Wie geht es Dir persönlich gerade?

Ganz gut. Ich mache das Beste draus. So lange ich gesund bleibe, geht es mir gut. Auch wenn sich außerhalb der Arbeit natürlich viel geändert hat. Man fühlt sich anders und kann keine Freunde treffen.

Ab wann hat sich der Corona-Virus auf Deine Arbeit ausgewirkt?

Im Dezember war es schon bekannt, dass da etwas auf uns zukommt. Im Januar wurden dann die ersten Corona-Verdachtsfälle bei uns im Krankenhaus eingeliefert. Im März waren die ersten bestätigten Fälle bei uns.

Wie lange arbeitest Du schon in Deinem jetzigen Job?

Seit 1.4. arbeite ich fest angestellt bei der Service Stern Nord GmbH im Bereich Reinigung und Hauswirtschaft. Vorher war ich als Zeitarbeitskraft beschäftigt.

Was hat sich durch den Corona-Virus an Deiner Arbeit geändert?

Man muss durch Schleusen und sich dort anziehen. Anders als sonst. Das Tragen eines Mundschutzes ist nun Pflicht. Für uns und auch für die Patient*innen. Interessant finde ich, dass die Patient*innen sehr kooperativ sind. Alle setzen ohne zu murren den Mundschutz auf.

In den Zimmern  müssen wir nun deutlich mehr desinfizieren als vorher. Und es ist ein komisches Gefühl, dass alle mit Mundschutz rumrennen. Aber man gewöhnt sich dran. Und auf die Abstandsregeln achten wir nun natürlich besonders.

Musst Du wegen der neuen Situation Überstunden leisten?

Nein. Überstunden fallen glücklicherweise nicht an.

Sind mehr Leute krank gemeldet gerade?

Nein. Es gibt eher das Problem, dass Leute ihre Kinder zuhause betreuen müssen, weil KiTas und Schulen geschlossen sind und deswegen ausfallen.

Wirkt sich der Virus finanziell bei Dir aus?

Bisher nicht. Wir wünschen uns eine finanzielle Zulage. Wir wissen aber noch nichts Genaues. Fair wäre das auf jeden Fall. Wir arbeiten ja nun auch in einem besonders gefährdeten Bereich.

Wünschst Du dir gerade etwas von Deiner Firma?

Nein. Ich fühle mich gut aufgehoben. Und unter den Kolleg*innen nehmen wir das Ganze mit Humor. Anders geht es auch nicht. Insgesamt fühle ich mich gewertschätzt auf meiner Arbeit. Jetzt, aber auch schon vorher. Wir sind ein tolles Team. Ich wünsche mir einfach, dass alle so freundlich bleiben, wie bisher.

Gibt es eine Prognose bei Euch, wie lange der Zustand noch andauern wird?

Nein. Keiner weiß, was kommt. Wie lange es dauert oder es noch schlimmer wird.

Was machst Du als erstes wenn die Corona-Zeit vorbei ist?

Mit meinen Freund*innen und meiner Familie knuddeln.

Vielen Dank für das Gespräch!