Bildungsministerium übersieht den Schutz für gefährdete Angehörige von Schüler*innen!

Seit dem 10. August gehen die Schüler*innen wieder in den sogenannten „Präsenzunterricht“ an den Schulen. Was für Viele eine große Erleichterung und Freude ist, ist für andere eine schwere emotionale Belastung: Sie machen sich Sorgen um ihre Angehörigen mit schweren Vorerkrankungen, die von der Corona-Pandemie besonders bedroht sind.

„Es ist unverständlich, warum es für diese Schüler*innen keine Ausnahmeregelung gibt“, sagt Johann Knigge-Blietschau von der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung der Partei DIE LINKE Schleswig-Holstein. „Niemand sollte mit Angst um seine Angehörigen in die Schule gehen müssen. Wir fordern die Bildungsministerin auf zu handeln und per Erlass Regelungen zu schaffen, dass sich betroffene Schüler*innen von der Anwesenheit im Präsenzunterricht befreien lassen können.“

Folgende Fallbeispiele sollen das Geschehen verdeutlichen:

Die Mutter von Maria ist Risikopatientin, sie hat eine schwere Atemwegserkrankung. Wäre Maria selbst gefährdet, dürfte sie zuhause beschult werden und würde wie im April und Mai Aufgaben von den Lehrkräften erhalten. Sie ist damit gut klar gekommen. Aber aus Rücksicht auf ihre gefährdete Mutter zuhause zu lernen, sieht der „Corona-Regelbetrieb“ an den Schulen nicht vor.

Auch Lenas Mutter gehört zur Risikogruppe. Lena ist darum sehr vorsichtig: Sie achtet immer auf Abstand, trägt beständig eine Maske – aber die Sorge, dass Sie eine Krankheit mit nach Hause bringt, die das Leben ihrer Mutter gefährdet, bestimmt jeden Tag.

Lena und Maria tragen viele Namen, aus Gründen des Datenschutzes sind diese beiden Schülerinnen fiktiv. Aber das Problem, das sie haben, ist es nicht.