Mobilität

Stellt sich die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein gegen die eigenen Mitglieder?

DIE LINKE. Schleswig-Holstein kritisiert das mutmaßliche Vorgehen der Pflegeberufe-kammer. Das Verhalten der Kammerführung zeigt deutlich, wie wenig man hier auf Anerkennung in den eigenen Reihen aus ist.

Kiel, 27. Januar 2020:  Für die Pflegefachkräfte in Schleswig-Holstein muss die Nachricht ein erneuter Schlag ins Gesicht gewesen sein. Wie zwischenzeitlich bekannt wurde plant die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, die

 

vom Landtag beschlossene Anschubfinanzierung in Höhe von 3 Mio. EUR auszuschlagen und die Vollbefragung der Mitglieder zum Jahresbeginn 2021 ausfallen zu lassen. Dieses Verhalten dürfte bei vielen in der Pflege Beschäftigten Zweifel an der Berufsständigen Vertretung aufkommen lassen. DIE LINKE Schleswig-Holstein fordert den Landtag zum Handeln auf.

Bereits in der Entstehungsphase der Kammer berief man sich auf eine, für einen Großteil der Beschäftigten undemokratische Vorgehensweise. Damals wurde nur ein Bruchteil der Pfleger*innen befragt von denen eine sehr knappe Mehrheit sich für eine Kammer entschieden. Von Zwangskammer und Pflichtbeiträgen war hier, möglicherweise bewusst, nicht die Rede. Nun, zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Kammer erstmalig einer repräsentativen Menge an Pfleger*innen zur Wahl stellen muss nimmt man diesen dieses Recht. Für die Beschäftigten, die auch nach anderthalb Jahren Kammertätigkeit noch keinerlei Erfolge der Kammer erkennen können, erhöht dieses den Frust neben der desaströsen Situation in der Pflege noch zusätzlich. Für DIE LINKE ist nicht nachvollziehbar, wie sich eine berufständige Vertretung so vehement gegen die eigenen Mitglieder wenden kann. Unsere Pflegenden benötigen Unterstützung. Hier darauf zu bauen, dass die ohnehin bereits durch den Pflegekollaps Gebeutelten, nun auch noch mit ihren Pflichtbeiträgen die Missstände verwalten sollen, unter denen sie selbst leiden, die sie aber nicht zu vertreten haben ist schäbig und absurd. Die Bewältigung der Pflegekrise ist Aufgabe der Politik. Es ist auch deren Aufgabe alle Beteiligten der Pflege an den Tisch zu holen und in Absprache Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen. Hier gehört ein besonderes Augenmerk auf die Privatisierung der Pflege. Hier wird erfahrungsgemäß zuerst beim Personal gespart.

DIE LINKE. Schleswig-Holstein lehnt die Pflegeberufekammer als Mittel den Pflegenotstand zu verwalten ab. Aus diesem Grund unterstützen wir die Kammergegner bereits seit langem und werden dies auch in Zukunft so beibehalten. Es bleibt aber derzeit nur darauf zu hoffen, dass die Landesregierung (CDU, Grüne und FDP) aus ihren Fehlern gelernt hat und sich verbindlich für die Zwangsmitglieder der Kammer einsetzen. Eine Vollbefragung der Mitglieder, die eine Auflösung der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein in dieser Form ermöglichen kann ist hierfür aus unserer Sicht unerlässlich!

Portrait Hanno Knierim

Autor: Hanno Knierim
Landessprecher
hanno.knierim@linke-sh.de
DIE LINKE. Schleswig-Holstein