Brandbrief der Gemeinschaftsschulen: Die Linke fordert Kehrtwende in der Bildungspolitik
Landessprecherin Jana Lemke stützt die Kritik des Schulverbandes GGG SH: „Gemeinschaftsschulen stemmen die schwersten Aufgaben bei geringster Anerkennung.“ Linkes Wahlprogramm setzt auf Schule für alle, Sozialindex und Sanierungsoffensive.
Mit deutlichen Worten schlägt der Gemeinschaftsschulverband (GGG SH) gemeinsam mit 52 Schulleitungen aus Schleswig-Holstein Alarm: Das heimische Bildungssystem steckt in einer schweren Krise. In einer aktuellen Erklärung kritisieren die Expertinnen und Experten vor allem, dass die Gemeinschaftsschulen durchgängig die schwersten gesellschaftlichen Aufgaben aufgebürdet bekommen, dafür jedoch die geringste Anerkennung und Ausstattung erhalten. Der Verband fordert ein schnelles und entschiedenes Gegensteuern der Politik.
Die Linke Schleswig-Holstein stellt sich ausdrücklich hinter den Hilferuf der Praktikerinnen und Praktiker an den Schulen.
Jana Lemke, unsere Landessprecherin, erklärt dazu:
Da ich hauptberuflich selbst als Lehrerin arbeite, kenne ich die Schilderungen aus eigener Erfahrung: Ob eklatanter Lehrkräftemangel, der absehbare nächste ‚PISA-Schock‘ oder marode Schulgebäude – gerade die Gemeinschaftsschulen stemmen einen Großteil der gesellschaftlichen Belastungen im Land und werden dabei viel zu oft allein gelassen. Zu wenig Personal, zu wenig Geld und zu wenig Anerkennung sind nur einige der Probleme, die der Politik seit Jahren bekannt sind, aber von der Landesregierung ignoriert werden.
Echte Chancengleichheit durch gezielte Entlastung und Schule für alle
Mit Blick auf unser in Kürze erscheinendes Landtagswahlprogramm unterstreicht Jana, dass viele Forderungen des Verbandes Kernbestandteile der linken Bildungspolitik sind:
Wir wollen eine echte Schule für alle und die Einführung eines einheitlichen Sekundarstufenlehramts. Es darf nicht vom Geldbeutel oder Wohnort abhängen, welche Bildungschancen Kinder haben. Deshalb müssen Personal und finanzielle Mittel künftig konsequent nach einem Sozialindex verteilt werden – dorthin, wo die Herausforderungen am größten sind. Zudem wollen wir, dass Oberstufen standortübergreifend kooperieren, damit wirklich alle Schülerinnen und Schüler eine verlässliche Perspektive auf den Weg bis zum Abitur erhalten.
Dialogangebot und finanzielle Sicherheit für die Bildung
Um auch die weiteren Lösungsvorschläge des Verbandes zu vertiefen haben wir zeitnah das direkte Gespräch mit der GGG SH angeboten. Für eine nachhaltige Rettung der Schullandschaft reicht ein bloßes Verwalten des Mangels nicht mehr aus. Wir fordern eine deutliche und dauerhafte Erhöhung des schleswig-holsteinischen Bildungsetats und verweisen in diesem Zusammenhang auf unsere Pläne für ein landesweites Schulsanierungsprogramm in Höhe von mindestens 100 Millionen Euro jährlich, um den Investitionsstau an den Schulen endlich aufzulösen.

