Fast 13.000 junge Menschen ohne Wohnung: Schleswig-Holstein muss handeln
Fast 13.000 junge Menschen unter 25 Jahren sind in Schleswig-Holstein wohnungslos untergebracht, ein Anstieg von 67 Prozent in zwei Jahren. Das geht aus einer Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.
Die Landesregierung hat darauf bislang nicht ausreichend mit Maßnahmen reagiert.
Unsere Landessprecherin Jana Lemke findet deutliche Worte:
34 Housing-First-Wohnungen für 13.000 Betroffene ist kein System, das ist Symbolpolitik. Jahrzehntelange Privatisierung öffentlichen Wohnraums hat uns in diese Lage gebracht. Das lässt sich nicht durch Pilotprojekte lösen. Die Landesregierung muss Housing First zum Standard machen.
Besonders gravierend ist die Situation für Care Leaver, die mit 18 aus der Jugendhilfe fallen und für junge Frauen, die vor Gewalt in der Familie fliehen. Beide werden vom allgemeinen Hilfssystem nicht ausreichend erreicht.
Unser Landessprecher Gerrit Schienke stellt fest:
Wer mit 18 aus der Jugendhilfe fällt, steht häufig von einem Tag auf den anderen allein da. Wer als junges Mädchen vor Gewalt zuhause flieht, flieht häufig in die verdeckte Obdachlosigkeit und wird vom System gar nicht mehr erfasst. Für diese jungen Menschen gibt es in Schleswig-Holstein kaum spezifische Anlaufstellen. Das ist ein Versagen, das wir nicht länger hinnehmen dürfen.
Wir fordern:
- deutlich erhöhte Fördermittel für öffentlichen Wohnungsbau
- einen sofortigen Stopp des Verkaufs öffentlichen Wohnraums
- Housing First als verbindliches Landesprogramm für alle Kommunen
- eigene Anlaufstellen für Care Leaver und wohnungslose junge Frauen



