Zurück ins Mittelalter: Gesundheitsversorgung gehört in öffentliche Hand

Beutin fordert Rekommunalisierung des Flensburger Krankenhauses. Stadt und Land müssen handeln.

Die geplante Übernahme des Diako-Krankenhauses durch die Malteser ist ein gesundheitspolitischer Offenbarungseid. Dass ab März 2026 in Flensburg keine Schwangerschaftsabbrüche mehr durchgeführt werden sollen, ist ein inakzeptabler Zustand und ein massiver Eingriff in die Selbstbestimmung von Frauen. Diese Entwicklung ist kein Unfall, sondern das direkte Ergebnis jahrelanger politischer Untätigkeit.

„Was hier passiert, ist eine Rolle rückwärts, zurück ins Mittelalter“, erklärt unser Bundestagsabgeordneter und Landessprecher Lorenz Gösta Beutin. 

Es kann nicht sein, dass eine rückständige Glaubensgemeinschaft darüber entscheidet, welche medizinischen Leistungen Menschen in unserer Region erhalten, oder ihnen verweigert werden.

Beutin kritisiert scharf, dass mit der vollständigen Übernahme des Krankenhauses durch einen katholischen Träger weltanschauliche Dogmen über medizinische Notwendigkeiten gestellt werden. „Gesundheitsversorgung hat sich an wissenschaftlichen Standards und den Bedürfnissen der Menschen zu orientieren – nicht an religiösen Vorschriften“, so Beutin. „Dass Stadt und Land diesem Kurs bislang tatenlos zugesehen haben, ist ein schweres politisches Versäumnis.“

Krankenhäuser sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Sie gehören in öffentliche Hand und unter demokratische Kontrolle.
Ich fordere die Stadt Flensburg und das Land Schleswig-Holstein auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und den Weg für eine Rekommunalisierung freizumachen - das UKSH könnte die Trägerschaft übernehmen. Wegducken ist jedenfalls keine Option mehr.

Besonders skandalös ist aus Sicht Beutins, dass das Land Schleswig-Holstein bereits mit einem millionenschweren Darlehen eingesprungen ist, nun aber zulässt, dass die tatsächliche Kontrolle über die medizinische Versorgung an einen konfessionellen Träger übergeht. „Öffentliches Geld darf nicht dazu missbraucht werden, Grundrechte auszuhöhlen und die medizinische Versorgung ideologisch zu beschneiden“, stellt Beutin klar.

Die Linke steht unmissverständlich für eine flächendeckende, wohnortnahe und weltanschaulich neutrale Gesundheitsversorgung. Wer von Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und moderner Medizin spricht, darf nicht länger schweigen. Wir brauchen öffentliche Krankenhäuser, keine Beichtstuhl-Medizin im Behandlungszimmer.

 

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Lorenz Gösta Beutin