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LAG Betrieb und Gewerkschaft

Die Landesarbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft Schleswig-Holstein arbeitet schwerpunktmäßig in den Bereichen Arbeitspolitik, Tarifpolitik sowie Gewerkschaftspolitik. Unser Ziel ist es, die Verbindung zwischen der Partei und den betrieblichen Kämpfen sowie den Gewerkschaften zu stärken.

Positionen

Die LAG Betrieb und Gewerkschaft Schleswig-Holstein möchte die Diskussion über die
Einrichtung einer Arbeitskammer anregen. Eine solche Kammer als Körperschaft des
öffentlichen Rechts könnte als ein demokratisches Selbstverwaltungsorgan die Interessen
aller Lohnabhängigen in einem Bundesland universell vertreten. Beruhend auf einer
gesetzlich verankerten Pflichtmitgliedschaft, sollen alle Beschäftigten unabhängig von
Nationalität und Stärke der im Betrieb vertretenen Gewerkschaft einbezogen werden. Hiermit
könnte die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Lage der Lohnabhängigen verbessert
werden, insbesondere durch:

  1. Service und Einzelschutz
    Kostenlose Rechtsberatung, Bildung und Qualifizierung: Mitglieder erhalten kompetente
    Beratung in Fragen des Arbeits-, Steuer- und Sozialrechts. Die Kammer erreicht durch ihre
    breitflächige Wirkung besonders jene Beschäftigten, die in Kleinbetrieben ohne Betriebsrat
    oder in prekären Verhältnissen ohne Tarifschutz arbeiten.
  2. Kooperation mit den Gewerkschaften
    Ergänzung statt Konkurrenz: durch diese Reichweite kann die Kammer die allgemeine
    Beratung und politische Konsultation übernehmen, während Gewerkschaften wirtschaftliche
    Kämpfe führen, vollständigen Arbeits- und Sozialrechtsschutz bieten und gewerkschaftliche
    Lobby- und Bildungsarbeit fokussieren.
  3. Politische Macht
    Herstellung von „Waffengleichheit“: ein politisches Gegengewicht zu den existierenden IHKs,
    HWKs und den Unternehmerverbänden, indem der Übermacht der Arbeitgeberseite eine
    eigene Einrichtung von und für Arbeitnehmende entgegensetzt wird, idealerweise verbunden
    mit Anhörungs- und Konsultationsrechten beim Gesetzgebungsverfahren. Durch regelmäßige
    Urwahlen verwalten sich die lohnabhängig Beschäftigten in einem eigenen Parlament selbst
    und können ihre Bedarfe planvoll nach außen vertreten.
  4. Schutzschild gegen Abbau von Sozialstandards und Faschismus
    Schutz vor politischer Erosion und Plattform für Selbstverwaltung: als gesetzlich verankerte
    Institution bildet eine Kammer eine zusätzliche Barriere gegen den Abbau von
    Sozialstandards und ein Erstarken faschistischer Kräfte. Sie könnte zudem als Basis dienen,
    um künftig weitere Angelegenheiten der lohnabhängigen Klasse (bspw. Arbeitsschutz oder
    Sozialversicherungen) in Eigenregie zu verwalten.

Daher lasst uns gemeinsam diskutieren, inwiefern eine Arbeitskammer Schleswig-Holstein für
unsere Partei eine sinnvolle Forderung sein könnte.

Immer mehr Menschen erleben ihren Alltag als Dauerbelastung: Stress im Beruf, fehlende Zeit für Familie, Freunde und Erholung sowie die ständige Erwartung von Flexibilität prägen den Arbeitsalltag vieler Beschäftigter. Gleichzeitig plant die Bundesregierung gemeinsam mit Arbeitgeberverbänden eine weitere Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes. Statt des bisherigen Schutzes durch den Achtstundentag soll künftig eine wöchentliche Höchstarbeitszeit gelten mit der Folge, dass Arbeitstage von bis zu dreizehn Stunden möglich würden.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft Schleswig-Holstein kritisiert diese Entwicklung entschieden. Die bestehende Regelung des Arbeitszeitgesetzes erlaubt bereits heute erhebliche Flexibilität: Zehn-Stunden-Tage, Arbeit auf Abruf und umfangreiche Überstunden sind vielerorts Realität. Dabei ist zu bedenken, dass sich die letzten 150 Jahre durch enorme Produktivitätssteigerungen auszeichnen, zuletzt mit der Digitalisierung und Automatisierung durch die sogenannte Industrie 4.0. Anwendungen der künstlichen Intelligenz haben ebenso großes Potenzial. Somit könnten wir unseren Lebensstandard eigentlich mit immer weniger Arbeitszeit erhalten. Doch die Wirtschaftslobbyisten wollen uns einreden, dass wir länger arbeiten müssten. Eine weitere Ausweitung der gesetzlichen Arbeitszeit dient allein den Profitinteressen der Unternehmen. Beschäftigte brauchen keine längeren Arbeitszeiten, sondern mehr Zeitsouveränität, verlässliche Freizeit und bessere Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Pflege.

Besonders betroffen sind Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, ohne Tarifvertrag oder im Schichtdienst. Gleichzeitig würde eine weitere Flexibilisierung bestehende Ungleichheiten verschärfen: Frauen* übernehmen weiterhin den Großteil unbezahlter Sorgearbeit und geraten dadurch noch stärker unter Druck. Hinzu kommen gravierende gesundheitliche Folgen durch lange Arbeitstage, fehlende Erholungszeiten und permanente Erreichbarkeit. Stress, psychische Erkrankungen und Burnout nehmen bereits heute deutlich zu.

Demgegenüber steht die Forderung nach einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung. Arbeit muss gerechter verteilt werden, damit Überlastung auf der einen und Arbeitslosigkeit auf der anderen Seite reduziert werden. Kürzere Arbeitszeiten bieten die Chance auf mehr Beschäftigung, bessere Lebensqualität und stärkere Verhandlungsmacht der Beschäftigten. Eine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung ist deshalb auch eine soziale und demokratische Frage. Da inzwischen weniger als die Hälfte aller Beschäftigten tarifgebunden arbeitet, reicht eine rein tarifliche Lösung nicht aus. Der Schutz der Arbeitszeit muss gesetzlich für alle gelten! Eine weitere Entkernung des Arbeitszeitgesetzes würde Millionen Beschäftigte der Willkür der Unternehmen aussetzen und den Druck auf bestehende Tarifstandards erhöhen. Der Kampf um den Achtstundentag betrifft daher alle Arbeitnehmer*innen, unabhängig davon, ob sie gewerkschaftlich organisiert sind oder nicht.

Deshalb fordert die LAG Betrieb & Gewerkschaft Schleswig-Holstein unter anderem: 

  • die Reduzierung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit auf 40 Stunden,
  • die weitere schrittweise Verkürzung auf 32 Stunden in einer 4-Tage-Woche,
  • die weitere Begrenzung von Ausnahmen vom Achtstundentag,
  • den Erhalt der gesetzlichen Ruhezeit von elf Stunden,
  • die Begrenzung, Erfassung und Bezahlung aller Überstunden,
  • sowie ein betriebliches Mitbestimmungsrecht bei der Personalbemessung.

Du bist Mitglied in der Partei Die Linke – und engagierst Dich dort – schön!
Du bist Neumitglied in der Partei und suchst ein neues Betätigungsfeld – gut!
Du bist noch kein DGB-Gewerkschaftsmitglied – warum nicht?

Für eine gewerkschaftliche Erneuerung braucht es Deine Mitgliedschaft und Dein
Engagement. Organisiere Dich deshalb jetzt in Deiner Gewerkschaft: kämpferisch,
klassenbewusst und solidarisch. Die soziale Frage entscheidet sich auch im Betrieb.
Gewerkschaften sind dabei mehr als nur Interessenvertretungen. Sie haben das Potenzial,
gesellschaftliche Verhältnisse grundlegend zu verändern. Dafür brauchen wir starke
Gewerkschaften, die bereit sind, für radikale Veränderungen zu kämpfen! Und dafür
brauchen diese Menschen mit klarer Haltung: Dich!

  • Fortschrittliche Politik lebt nicht nur im Parlament, sondern im Alltag von Millionen
    Kolleg*innen. Gewerkschaften sollen wieder Orte linker Politik werden und so:
    gegen Ausbeutung und Prekarisierung kämpfen.
  • demokratische Mitbestimmung fördern.
  • Arbeiter*innen politisch bilden.
  • solidarische Interessenvertretungen im Betrieb organisieren.
  • internationale Solidarität leben.

Deshalb:
Werde jetzt Mitglied einer DGB-Gewerkschaft – und bringe Dich aktiv ein!
www.dgb.de/mitglied-werden

Warum du als Mitglied der Linken in die Gewerkschaft gehörst:

  • Gegen Sozialabbau und Rechtsruck braucht es klassenbewusste Perspektiven in den
    Gremien, Tarifkommissionen und Betriebsgruppen. Nur so können wir eine
    gewerkschaftliche Erneuerung von unten mitgestalten und verhindern, dass sich
    Gewerkschaften mit dem Kapital arrangieren.
  • Politische Klauseln? Nicht mit uns! Wenn etwa die Übernahme im öffentlichen Dienst
    von "Verfassungstreue" abhängig gemacht werden soll, brauchen wir Linke, die
    widersprechen. Wir brauchen gewerkschaftlichen Widerstand gegen die Aushöhlung
    demokratischer Rechte.
  • Deine Mitgliedschaft und Dein Engagement stärken all jene, die sich in Betrieben,
    Tarifrunden oder Streiks tagtäglich einsetzen – oft gegen großen Druck des Kapitals.
    Werde Teil eines Netzwerks von Linken in den Gewerkschaften, um Dich
    auszutauschen, zu unterstützen und gemeinsame Strategien zu entwickeln

Solidarität heißt: Sich organisieren. Gerade als Mitglied der Linken.

Was Du konkret tun kannst:

  • Tritt einer DGB-Gewerkschaft bei und tausche Dich mit anderen Linken aus: Spreche
    über die Notwendigkeit von Gewerkschaftsmitgliedschaft und Engagement.
  • Werde aktiv in Deiner Gewerkschaft: Engagiere Dich in Deiner Betriebsgruppe /
    Vertrauenskörper, in Deinem Ortsverein der Gewerkschaft oder in einem linken
    Netzwerk innerhalb Deiner Gewerkschaft.
  • Bringe betriebliche Themen in die Partei: Sorge dafür, dass die Partei nah an den
    Arbeitsrealitäten bleibt, z.B. in der LAG Betrieb & Gewerkschaft.

Wir sind als LAG Teil der Bundesarbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft. Wir Mitglied der LAG werden will, muss der BAG beitreten. Je mehr wir sind, desto größer und lauter die Stimme der Gewerkschafter*innen in unserer Partei - daher rufen wir zur Mitgliedschaft in der BAG auf.

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Regelmäßiges Treffen

Der Landessprecher*innenrat der LAG trifft sich jeden ersten Sonntag im Monat, online, ab 17 Uhr.

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